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2006 ist entscheidendes Jahr fürs Klima

15. Februar 2006

Extragewinne aus Emissionshandel müssen sich für den Klimaschutz auszahlen

 

Berlin, 15.02.2006-Zum ersten Jahrestag des Kioto-Protokolls appelliert der WWF an Politik und Wirtschaft, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) drastisch zu senken. '2006 ist ein entscheidendes Jahr für das Klima', sagt WWF-Expertin Regine Günther. 'Jetzt besteht die Chance, die Weichen für einen anspruchsvollen Klimaschutz zu stellen.' Bis Ende Juni muss Deutschland im Rahmen des Europäischen Emissionshandels seinen zweiten so genannten Nationalen Allokationsplan für die Zeit von 2008 bis 2012 in Brüssel vorlegen. Damit wird festgelegt, wie viel CO2 die Industrie ausstoßen darf, die für rund sechzig Prozent der gesamten deutschen Emissionen des Klimagases verantwortlich ist.

 

 

 

'Der Emissionshandel ist das Herzstück der europäischen Klimaschutzpolitik', unterstreicht Günther. Allerdings seien die Regelungen des ersten Allokationsplans, der von 2005 bis 2007 gilt, aus WWF-Sicht keine gute Ausgangsbasis für den Klimaschutz. 'Wir brauchen viel stärkere Anreize für die Industrie, in klimafreundliche Brennstoffe und Technologien zu investieren, und bedeutend ehrgeizigere Ziele, CO2-zu verringern', fordert die WWF-Expertin.

 

 

 

Ein weiterer Kritikpunkt des WWF: 'In der ersten Runde haben die Unternehmen die Emissionszertifikate zum größten Teil kostenlos erhalten. Trotzdem wurden die Zertifikatspreise auf die Strompreise umgelegt und in großem Maßstab Extragewinne erzielt', erläutert Günther. 'Dies muss sich jetzt auch für den Klimaschutz auszahlen. Die Drohung der großen Stromkonzerne, bei einem anspruchsvollen Rahmen für den Klimaschutz nicht mehr investieren zu können, ist haltlos.' Laut WWF-Berechnungen belaufen sich die Gewinne für die fünf größten deutschen Stromerzeuger RWE, E.ON, Vattenfall, EnBW und STEAG aus den ersten beiden Emissionshandelsphasen von 2005 bis 2012 voraussichtlich auf 31 bis 64 Milliarden Euro. Diese Summen überstiegen die von der Industrie angekündigten Investitionen von 11,6 Milliarden Euro um ein Vielfaches.

 

 

 

'Der Klimawandel ist immer noch schneller als die Klimaschutzpolitik. Dies müssen wir jetzt ändern', sagt Günther. 'Auch die Unternehmen müssen von der Politik jetzt endlich in die Verantwortung genommen werden.'

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