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Intensive Hochleistungs-Landwirtschaft versagt in Trockenzeiten

15. August 2012

US-amerikanischer Ackerbau ist kein Erfolgsmodell für Entwicklungsländer. / WWF: Extreme Wetterereignisse und ausbleibender Regen könnten zunehmen.

Die hochgezüchteten Mais- oder Getreidesorten vertragen Dürre noch wesentlich schlechter als andere, robuste dafür aber oft ertragsschwächere Sorten. © Jürgen Freund / WWF-Canon
Die hochgezüchteten Mais- oder Getreidesorten vertragen Dürre noch wesentlich schlechter als andere, robuste dafür aber oft ertragsschwächere Sorten. © Jürgen Freund / WWF-Canon

Angesichts der drohenden Nahrungsmittelknappheit und der anhaltenden Dürre in den USA warnt die Umweltschutzorganisation WWF davor, dass sich das Problem in den kommenden Jahren verschärfen könnte, wenn die weltweite Landwirtschaft weiterhin nur auf die von Agrarchemie abhängige Intensivierung und empfindliche Hochertragssorten setze. „Wir erleben gerade, wie absurd die Idee ist, dass die Länder mit intensivster Landwirtschaft die Welt mit Lebensmitteln versorgen werden. Bei idealen Bedingungen bringen diese Hochleistungssportler unter den Bauernhöfen beste Erträge. Stimmt aber ein Faktor, wie etwa der Regen, nicht, versagen sie und die Ausfälle sind groß. Die hochgezüchteten Mais- oder Getreidesorten vertragen Dürre noch wesentlich schlechter als andere, robuste dafür aber oft ertragsschwächere Sorten“, warnt Matthias Meissner, Referent Landwirtschaft beim WWF Deutschland. Extreme Wetterereignisse und ausbleibender Regen seien jedoch in weiten Teil der Welt  nichts Ungewöhnliches und könnten in Folge des Klimawandels sogar noch zunehmen.

 

„Es ist der absolut falsche Weg den nordamerikanischen Ackerbau als ein Erfolgsmodell für Entwicklungsländer und als die Lösung der Hungerproblem zu verkaufen“, so Meissner. Natürlich sei die derzeitige Situation angespannt, jedoch müssten die politisch Verantwortlichen Schritte zu einem vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln einleiten. „Die Menschheit produziert pro Tag und pro Person 4600 Kilokalorien. Doch den Weg in unseren Magen finden durchschnittlich nur 2000 Kilokalorien. Der Rest vergammelt, wird an Tiere verfüttert oder landet direkt im Mülleimer“, kritisiert Meissner. Dabei hätten zumindest die US-amerikanischen Landwirte Glück im Unglück, da sie durch staatlich subventionierte Versicherungen vor dem finanziellen Ruin geschützt seien. Anders stelle sich die kritische Situation der indischen Bauern da, so der WWF. Derzeit leidet der Subkontinent unter einem teilweise extrem verspäteten Monsun. Angesichts der beiden parallel stattfindenden Dürre-Ereignisse verdeutliche sich auch, wie lebensnotwendig es sei, dass die Landwirtschaft weltweit anfange, wassersparender zu arbeiten. In entsprechenden Pilotprojekten hat der WWF Indien mit mehreren tausend Landwirten den Wasserverbrauch halbieren können.

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