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Kleinster Delfin der Welt kurz vor der Ausrottung

28. August 2012

WWF: Fischereiverbot kann Neuseelands Delfin mit den „Mickey-Maus-Ohren“ retten

© University of Auckland
© University of Auckland

Die kleinsten und seltensten Delfine der Welt, die Maui-Delfine, stehen am Rand der Ausrottung. Weniger als 70 Tiere leben ausschließlich in den flachen Küstengewässern der Westküste Neuseelands - in den 70er Jahren waren es noch etwa 1500 Tiere. Zum Verhängnis werden den Meeressäugern die feinmaschigen Kiemennetze, die die Fischer seit den 70er Jahren benutzen. „Das Echolot der Delfine kann diese feinen Nylonetze nicht erkennen. Die Tiere verfangen sich in den Maschen und ertrinken dann innerhalb von Minuten“, erläutert Meeresschutzexperte Stephan Lutter vom WWF die Gefahr. Zur Nahrungssuche tauchen die Maui-Delfine nur für etwa 90 Sekunden, bevor sie zum Luftholen an die Oberfläche zurückkehren müssen. „Der Tod im Fischernetz ist vermeidbar. Neuseelands Regierung muss Fischerei mit Kiemennetzen endlich ganz aus dem Lebensraum der Mauis verbannen“, fordert Lutter. Die gefährliche Fangmethode ist auch bei Neuseelands Hobbyfischern, die besonders stark im küstennahen Lebensraum der Maui Delfine fischen, weit verbreitet. Damit wird auch die Freizeitfischerei zu einer ernsten Bedrohung. Der WWF fordert daher, statt Kiemennetzen Handleinen oder Fallen zu verwenden, die weniger Beifang verursachen.

 

Die Maui-Delfine, eine Unterart der Hektor-Delfine, haben rundliche Körper mit schwarzen  Markierungen. Charakteristisch ist ihre schwarze, abgerundete Rückenflosse, die an Mickey-Maus-Ohren erinnert. Erwachsene Tiere werden ca. 1,40 Meter groß und können 20 Jahre alt werden. Heute gibt es nur noch 55 Tiere, die älter sind als ein Jahr. Maui Delfine vermehren sich nur langsam. Die Weibchen werden erst mit 6 – 9 Jahren geschlechtsreif.  „Nur etwa vier einzelne Kälber kann ein Delfinmutter im Laufe ihres Lebens zur Welt bringen und aufziehen“, verdeutlicht WWF-Experte Lutter.  „Daher ist jeder  von Menschen verursachte Tod ein tragischer Rückschlag für die gesamte Art“. Um die Art zu retten, müsse die fischereiliche Sterblichkeit auf null reduziert werden.

 

Eine weitere Bedrohung ist die Rohstoffsuche: Der Abbau von Eisenerz und die Suche nach Erdöl und Erdgas in der Küstenregion stören das Echolot der Delfine, die nicht mehr miteinander kommunizieren und ihre Beute nicht mehr aufspüren können. Zwar wurden 2008 von Neuseelands Regierung erste Schutzmaßnahmen eingeführt. Sie gelten aber nicht für das gesamte Verbreitungsgebiet und reichen nicht aus, um die Meeressäuger vor dem Aussterben zu bewahren. Der WWF fordert daher ein Verbot der Kiemennetze in den Delfin-Gewässern und die Einführung von selektiven Fischereimethoden. Auch der Bergbau soll in diesen Meeresgebieten verboten und ein geschützter Meereskorridor für die Tiere eingerichtet werden. Der WWF startet heute eine weltweite Petition, bei der die neuseeländische Regierung aufgefordert wird, die Delfinart zu retten. Auch Deutsche können dort unterschreiben: www.worldwildlife.org/SaveMauiDolphin

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