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Exotische Haustiere: Verschleppt und gefangen

13. Dezember 2012
© Brent Stirton / Getty Images / WWF
© Brent Stirton / Getty Images / WWF

Eine Analyse der Naturschutzorganisation WWF und dem Artenschutzprogramm TRAFFIC zufolge, gibt es auf dem weltweiten Heimtier-Markt bei seltenen Arten wie etwa Pythons, Schildkröten und Nashornvögeln, bedenkliche Unregelmäßigkeiten. Zahlreiche Indizien sprächen dafür, dass Tiere, die in freier Wildbahn gefangen wurden, von Händlern als „Nachzuchten“ umdeklariert werden. „Jedes Exemplar einer bedrohten Art, das aus dem natürlichen Lebensraum ins Wohnzimmer von Pseudo-Tierliebhabern und Sammler wandert, fehlt zur Reproduktion“, warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Gerade angesichts des anstehenden Weihnachtsgeschäfts warnt der WWF-Experte: „Illegale Haustiere gehören nicht unter den Gabentisch.“

 

Der WWF-Report listet einige besonders gravierende Fälle auf. So wurden nach einem europaweitem Importverbot für Vierzehen-Landschildkröten aus freier Wildbahn plötzlich mehr als 40.000 angeblich gezüchtete Schildkröten aus der Ukraine in die EU exportiertet. Da es zuvor keine derartigen Handelsströme gab und die Ukraine nicht für die Zucht dieser Tiere bekannt war, liegt die Vermutung nahe, dass die Tiere in Massen illegal in der Wildnis gefangen wurden. In Deutschland wurde hingegen eine Sendung mit beinahe 120 Grünen Baumpythons beschlagnahmt, nachdem Experten Zecken und Milben gefunden hatten, die in der freien Wildbahn häufig, in Gefangenschaft jedoch kaum vorkommen. Und bei den schwer zu züchtenden Papuahornvögeln kam es 2005 zu einer „wundersamen“ Vermehrung. Die Zuchterfolge schnellten von 50 auf 500 Exemplare nach oben, um ein Jahr später wieder auf das 2004-Niveau zurückzufallen.

 

Das alles seien nur einige wenige Beispiel für dubiose Herkunftsnachweise, Zuchterfolge und kaum mehr Nachvollziehbare Handelswege, so der WWF. Vor allem bei Reptilien, Amphibien und exotischen Vögeln fordert der WWF daher mehr Transparenz und bessere Kontrollen für den Handel. Nicht zuletzt sei auch der Käufer in der Pflicht. Der WWF rät bei gefährdeten Exoten lieber auf den Kauf zu verzichten, wenn deren Herkunft unbekannt ist. Unbedingt erforderlich seien bei den im Washingtoner Artenschutzübereinkommen  CITES geschützten Arten die erforderlichen Nachweise und Dokumente. 

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