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Krieg im Verborgenen

12. Dezember 2012

WWF-Report: Paramilitärische Wilderer bedrohen nationale Sicherheit und Stabilität. / 19 getötete Ranger und 10.000 gewilderte Elefanten.

Allein 2012 fielen bislang über 10.000 Elefanten und 588 Nashörner der Wilderei zum Opfer. © naturepl.com, John Downer / WWF
Allein 2012 fielen bislang über 10.000 Elefanten und 588 Nashörner der Wilderei zum Opfer. © naturepl.com, John Downer / WWF

Berlin / New York City - Einem am Mittwoch in New York veröffentlichten WWF-Report zufolge, bedroht der dramatische Anstieg der Wilderei auf Elefanten und Nashörner die Stabilität und Sicherheit afrikanischer Staaten. Durch marodierende Reiterhorden oder paramilitärisch anmutende Kampftruppen würden längst nicht nur Tiere, sondern auch Menschenleben gefährdet. „Es tobt, vor der Weltöffentlichkeit weitgehend verborgen, ein kriegerischer Konflikt. International gut vernetzte Syndikate kontrollieren den illegalen Handel. Gewinne werden für die Finanzierung von bewaffneten Auseinandersetzungen und terroristischer Aktivitäten verwendet“, warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Dementsprechend sei es dringend geboten Wilderei-Bekämpfung als prioritäres Ziel der Vereinten Nationen zu behandeln. Die UN müsse das Problem so ernst nehmen wie den Handel mit Drogen und Menschen und nicht länger „nur“ im Ausschuss II für Wirtschafts- und Finanzthemen behandeln.

 

Dem WWF zufolge seien auch Leben und Gesundheit der Menschen vor Ort gefährdet, wenn die Savannen und Regenwälder leergewildert würden. Einige transnationale Regionen wie im Norden des Kongowaldblocks würden destabilisiert. Dem WWF zufolge fallen derzeit wieder bewaffnete Reiter mit Pferden und Kamelen in Zentralafrika ein. Ebenso seien paramilitärische Kampfeinheiten gesichtet worden. Die Regierung von Kamerun hat inzwischen das Militär in Alarmbereitschaft versetzt.

 

„Die Wilderei auf Elefanten und Nashörner hat in den vergangenen fünf Jahren bedrohlich zugenommen“, so Homes. Es seien längst sicher geglaubte Naturschutzerfolge der vergangenen Jahrzehnte in Gefahr. Der WWF-Mann macht dafür vor allem die gestiegene Nachfrage in den Abnehmerländern Ost- und Südostasiens verantwortlich. Nach aktuellem Stand sind seit Anfang 2012 weit über 10.000 Elefanten aus den Wäldern und Savannen Afrikas verschwunden und allein im südlichen Afrika wurden im ablaufenden Jahr pro Tag rund zwei Nashörner erlegt. Zum Vergleich: 2007 war es gerade einmal ein gewildertes Nashorn pro Monat. Die Methoden der Wilderer würden auch für Menschen immer bedrohlicher. Allein im ersten Halbjahr 2012 sind in Afrika laut der International Ranger Federation 19 Ranger gewaltsam ums Leben gekommen.

 

Der von WWF in Auftrag gegebene Bericht Fighting illicit wildlife trafficking: A consultation with governments wird am Mittwoch im Rahmen eines Briefing in der deutschen UN-Botschaft in New York Diplomaten und Regierungsvertretern aus aller Welt vorgestellt. 

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