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Einigung im Buchstreit: Verlag ändert 21 Textstellen

25. Juli 2012

WWF erzielt außergerichtlichen Vergleich mit Verlagsgruppe Random House

„Wir konnten belegen, dass mehrere Kernaussagen des Autors unzutreffend waren“, so Marco Vollmar. © WWF
„Wir konnten belegen, dass mehrere Kernaussagen des Autors unzutreffend waren“, so Marco Vollmar. © WWF

Berlin - Der Streit zwischen der Verlagsgruppe Random House und der Umweltschutzorganisation WWF um strittige Aussagen im „Schwarzbuch WWF“ ist beendet. In einem außergerichtlichen Vergleich verständigten sich der Verlag, der Autor des Buches Wilfried Huismann und die Naturschützer auf die Überarbeitung, bzw. Streichung von 21 kritisierten Stellen.  

Der Verlag ändert vom WWF beanstandete Punkte. Die Naturschutzorganisation hatte belegen können, dass mehrere Kernaussagen des Autors unzutreffend waren.  

„Auch die Neuauflage wird sicher keine differenzierte Auseinandersetzung mit der Arbeit des WWF liefern. Der Autor formuliert nicht ausgewogen, sondern neigt zu Polemik und Übertreibungen, aber das werden wir als Meinungsäußerungen hinnehmen“, sagt Marco Vollmar, Mitglied der Geschäftsleitung des WWF Deutschland.  

„Kritische Berichterstattung spornt uns an: sie hilft uns, besser zu werden. Unzutreffende Darstellungen allerdings gehen vor allem auf Kosten von denen, die es zu schützen gilt: die bedrohte Natur und ihre Tierarten. Der WWF wollte seit Beginn der Auseinandersetzungen – schon vor Erscheinen des Buches - eine außergerichtliche Einigung. Ein Gesprächsangebot hatte der Verlag abgelehnt. Wir sind froh, dass es mit Unterstützung des Landgerichts Köln zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen ist. Ein Verbot des Buches war nie unser Ziel.“  

Im Übrigen freue sich der WWF, die Zusammenarbeit bei der Umstellung des Verlages Random House auf nachhaltiges Papier, die 2010 begonnen wurde, weiter zu vertiefen.  

„Der Aufwand im Namen unserer 435.000 Förderer, unserer Partner und unserer Mitarbeiter hat sich gelohnt. Sie haben uns in den vergangenen Wochen und Monaten großartig unterstützt und uns Kraft gegeben. Dafür bedanken wir uns. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der WWF die Zahl seiner Förderer erneut steigern. Der Zuspruch bestätigt unsere erfolgreiche Arbeit im Umwelt- und Naturschutz“, sagt Marco Vollmar.  

Die Änderungen gelten für die nächste Auflage des Buches.  

Statements Marco Vollmar zu den inhaltlichen Ergebnissen der Einigung  

„Der WWF hat weltweit große Erfolge im Waldschutz errungen und ist nicht mitverantwortlich für die Rodung von Wäldern. Hier konnten wir im Manuskript Änderungen in unserem Sinn durchsetzen. Der WWF verhandelt an sog. „Runden Tischen“ mit allen Akteuren soziale und ökologische Standards. Uns ist als kritischer Beobachter dabei sehr wohl bewusst, dass „Runde Tische“ kein Allheilmittel sind. Sie sind ein Ansatz, die Produktion von Agrarrohstoffen zu verbessern. An Runden Tischen werden Standards entwickelt, die über die gesetzlichen Regelungen hinaus gehen. Sie werden kontinuierlich weiterentwickelt, um weitere Umweltzerstörung zu verhindern. Auch hier sind wir gefordert, noch sehr viel mehr unsere Motive und Ziele zu erklären.  

Wir haben außerdem deutlich gemacht, dass der WWF nur unter engen Voraussetzungen mit privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammenarbeitet, sei es für die Finanzierung von Naturschutz- und Umweltschutzprojekten oder mit dem Ziel, den ökologischen Fußabdruck von Unternehmen zu reduzieren. Wir haben gezeigt, dass Unternehmen, die erkennbar und vorsätzlich Menschenrechte verletzen und humanitäre, ökologische oder soziale Mindeststandards fortwährend missachten, für den WWF als Partner nicht infrage kommen. Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Unser Ziel ist es, Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten. Und wir haben gelernt, dass wir unsere Kriterien für eine Zusammenarbeit noch sehr viel konkreter in der Öffentlichkeit darstellen müssen.  

Weitere Änderungen machen deutlich, dass der WWF keine Kooperation mit dem Palmölproduzenten Wilmar hat und auch kein Geld von diesem Unternehmen bekommt. Auch mit dem Gentechnikriesen Monsanto gibt es keine Kooperation.  

Außerdem haben wir klargestellt, dass der WWF seit vielen Jahren mit indigenen Völkern vertrauensvoll zusammenarbeitet und sich in den Naturschutzprojekten weltweit für ihre Lebensgrundlage und Rechte einsetzt.“

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