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Rio darf nicht zum Gipfel der Unverbindlichkeit werden

19. Juni 2012

WWF fordert Zeitalter des Grünen Wirtschaftens

© Michael Poliza / WWF

Berlin, Rio de Janeiro - Vom 20. bis 22. Juni treffen sich über 20.000 Delegierte aus aller Welt in Rio de Janeiro auf dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Weltgipfel am Zuckerhut schaut die Welt erneut nach Brasilien und erhofft sich Lösungen für die wichtigste Frage: Wie schafft es die Menschheit, in Zukunft nachhaltig zu leben und den wachsenden Hunger nach Energie zu stillen, ohne dabei den Planeten zu Grunde zu richten? "Die riesigen Erwartungen sind inzwischen auf ein Minimum gesunken, aber die Welt darf sich nicht damit abfinden, den Gipfel scheitern zu lassen", so Alois Vedder, der für den WWF Deutschland in Rio mitverhandelt.

 

Die Vorverhandlungen stimmen wenig optimistisch. "Die internationale Staatengemeinschaft versteckt sich bislang hinter butterweichen Phrasen. Der derzeitige Verhandlungstext strotzt vor vagen Aussagen, ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele sind nicht in Sicht". Dennoch hofft der WWF, dass in den nächsten Tagen Bewegung in die Verhandlungen kommt.


Es gelte eine "Green Economy" voranzubringen, die den Wert von biologischer Vielfalt, Ökosystemleistungen und natürlichen Ressourcen berücksichtigt, die mit dem Naturkapital effektiv und schonend umgeht und deren Begrenztheit respektiert. Der Wert des natürlichen Kapitals bzw. sein Verbrauch oder seine Schädigung sei in einer echten Vollkostenrechnung, die über das Bruttoinlandsprodukt hinausgeht, zu berücksichtigen und in die Bilanzen von Unternehmen und Volkswirtschaften zu integrieren. "Die internationale Staatengemeinschaft muss neue messbare, ambitionierte und glaubhafte Nachhaltigkeitsziele festlegen und den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaftsweise, das Zeitalter des Grünen Wirtschaftens einleiten. Nur so kann die Menschheit in Zukunft sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und innerhalb der natürlichen Grenzen unseres Planeten dauerhaft versorgt werden", fordert Alois Vedder.


Der WWF erwartet von der Rio+20-Konferenz , dass die Institutionen und Gremien, die auf UN-Ebene über Nachhaltigkeitspolitik diskutieren und entscheiden, reformiert werden. Das Ziel einer solchen Reform sei es, die Nachhaltigkeitsinstitutionen auf UN-Ebene zu stärken, um konsequent den Weg in eine Green Economy zu ebnen.