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Der Mensch wird einsam auf Planet Erde

22. Mai 2012

„Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt“ am 22. Mai: WWF warnt vor weiterem Artenverlust

Der Mensch wird einsam auf Planet Erde. © Michael Poliza / WWF
Der Mensch wird einsam auf Planet Erde. © Michael Poliza / WWF

Berlin - Anlässlich des Internationalen Tags der Biologischen Vielfalt (22.Mai) fordert der WWF mehr Schutz für bedrohte Arten. Während die Menschheit inzwischen die Sieben-Milliarden-Marke überschritten habe, werden die Bestände vieler Tierarten dramatisch ausgedünnt. Der kürzlich vorgestellte Living Planet Report des WWF nimmt die Bestände von 2.700 Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen unter die Lupe. Das Ergebnis ist deutlich: Die Zahl der Tiere nimmt stark ab. Im Schnitt registrierten die Forscher zwischen 1970 und 2008 einen Rückgang um 28 Prozent. In den Tropen ist der Verlust noch deutlicher: Hier nahmen die Bestände im Schnitt um 60 Prozent ab und in tropischen Süßwasserregionen waren es sogar 70 Prozent. „Die Menschheit wird einsam auf dem Planeten Erde“ – so das Fazit des WWF.  


Die Ursachen für den Arten- und Bestandsverlust sind die Zerstörung der Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen, die Umweltverschmutzung, der Klimawandel und invasive Arten, die durch den weltweiten Verkehr in neue Regionen gelangen und heimische Arten verdrängen. Im nächsten Jahrzehnt müsse daher viel aufgeholt werden, um dem Verlust an Biodiversität Einhalt zu gebieten. Die von Menschen verursachte Aussterberate von Tieren und Pflanzen liegt Schätzungen zufolge mindestens hundertmal höher als der natürliche Artenschwund.  


Um diesem Trend umzukehren, fordert der WWF, dass mindestens 20 Prozent der wichtigsten Landökosysteme, Feucht- und Meeresgebiete unter Schutz gestellt und zerstörte Ökosysteme und ihre Leistungen wiederhergestellt werden müssen, die für die Nahrungs-, Wasser- und Energiesicherheit aller Menschen nötig sind. Bis 2020 müsse außerdem weltweit die Vernichtung von Wäldern gestoppt werden. Der Wald sei Heimat einer Vielzahl von Lebewesen und stabilisiere das Klima durch Umwandlung von CO2 zu Sauerstoff. Ein Beispiel: Würde weiter gerodet wie bisher, drohe der Lebensraum des Tigers komplett zu verschwinden. In mehr als der Hälfte der asiatischen Länder gingen die Wälder im vergangenen Jahrhundert um mehr als 70 Prozent zurück. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der Tiger, die in der Wildnis leben, von 100.000 Tieren auf geschätzte 3.200 bis 3.500 Tiere. Ohne Gegenmaßnahmen würden diese Wälder bis 2050 so weit zurückgehen, dass sie keine Lebensräume für Tiger mehr bieten könnten. Darum sei es jetzt dringend an der Zeit, die Trendwende einzuleiten.

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