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Brennpunkt Südeuropa

08. November 2012

Brandsommer am Mittelmeer: WWF warnt vor ökologischen und ökonomischen Folgeschäden

© Edward Parker / WWF
© Edward Parker / WWF

Berlin - Feuerbrünste haben diesen Sommer in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal mehr als 370.000 Hektar Wald zerstört, eine Fläche viermal so groß wie Berlin. Zu diesem Ergebnis gelangt der WWF in einer Bilanz. „In diesem Jahr erlebte der Mittelmeerraum einen katastrophalen Brandsommer“, so das Fazit von Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland. „Und das, obwohl die ganz großen Hitzewellen ausgeblieben sind. Die Bedrohung für Mensch und Umwelt steigt von Jahr zu Jahr.“

 

Am stärksten getroffen hat es die Wälder Spaniens. Sie wurden in den Sommermonaten von insgesamt 27 Großbränden heimgesucht. Neben den ökologischen Folgen wie der Zerstörung großer Schutzgebietsflächen macht der WWF auch auf die wirtschaftlichen Konsequenzen aufmerksam. „Von vielen Bränden sind Nutzwälder betroffen. Und auch auf  landwirtschaftliche Flächen greifen die Flammen häufig über. Gerade für die ökonomisch angeschlagenen Länder in Südeuropa ist das ein Problem“, sagt Aurel Heidelberg. Auf der griechischen Insel Chios beispielsweise gingen 30 Prozent der Ernte des Mastix-Harzes verloren. Das Harz, das aus Pistazienbäumen gewonnen und für die Herstellung von Kosmetik und Süßigkeiten eingesetzt wird, spielt für die Wirtschaftskraft der Insel eine bedeutende Rolle. In Griechenland wirkte sich zudem die Finanz- und Wirtschaftskrise negativ auf die Feuerbekämpfung aus. So mussten alle fünf Lösch-Hubschrauber der griechischen Feuerwehr am Boden bleiben, weil die Mittel zum Betrieb fehlten.

 

Als wichtigste Auslöser für die vielen Waldbrände in der Mittelmeerregion nennt der WWF Fahrlässigkeit  und Brandstiftung. Rund 96 Prozent aller Waldbrände seien auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Zudem begünstige ein fehlerhaftes Wald-Management die Monster-Brände. „In Nutzwäldern haben wir es häufig mit großflächigen Monokulturen zu tun. Was wir brauchen, sind naturnahe Wälder mit heimischen Baumarten, die Bränden und den Veränderungen durch den Klimawandel besser widerstehen können“, fordert WWF-Mann Heidelberg. Außerdem fehle es an flächendeckenden Notfallplänen, was im Falle eines Brandes zu tun ist. Hierdurch verzögerten sich die Löscharbeiten häufig und es gehe mehr Wald verloren, als unbedingt notwendig.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle WWF

Tel.: 030 311 777 427

immo.fischer(at)wwf.de

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