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Hartes Urteil gegen grausames Geschäft

12. November 2012

Nashorn-Wilderer zu 40 Jahren Haft in Südafrika verurteilt

Verhaftete Wilderer © James Morgan / WWF
Verhaftete Wilderer © James Morgan / WWF

Der Thailänder Chumlong Lemtongthai (44) ist wegen illegalen Handels mit Rhinozeros-Hörnern zu 40 Jahren Gefängnis in Südafrika verurteilt worden. Um die Hörner aus dem Land zu schmuggeln, tarnte er Prostituierte als Jägerinnen. Die Frauen reisten zu Nashorn-Farmen, auf denen tote Tiere bereit lagen. Die dann erstellten Fotos ließen es so aussehen, als hätten die Prostituierten die Tiere selbst erlegt. Die Nashorn-Jagd ist in Südafrika unter der Auflage erlaubt, die wertvollen Hörner als persönliche Jagdtrophäe zu exportieren. Sie dürfen nicht weiterverkauft werden. Lemtongthai wollte die Hörner jedoch auf dem asiatischen Schwarzmarkt feilbieten. Dort ist ein Kilogramm Rhino-Horn wertvoller als Gold. Es wird vor allem als Anti-Katermittel von wohlhabenden Vietnamesen vor Alkoholgenuss und als Statusgeschenk herum gereicht und soll zugleich gegen Krebs wirken.

 

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass es sich bei dem Verurteilten um einen ehemaligen Anführer eines international agierenden Schmugglerringes handelt. Im großen Stil sollen die Hörner der illegal getöteten Dickhäuter nach Asien verschifft worden sein. Zwischen Oktober 2010 und Mai 2011 wurden mindestens 26 Nashörner auf Anweisung von Lemtongthai getötet.

 

Das ungewöhnlich harte Urteil wurde zu Abschreckungszwecken verhängt und zeigt, dass die Kap-Republik die Wilderei gegen das Symboltier des Landes ernsthaft bekämpft. „Es ist sehr wichtig, das Urteile verhängt werden, die der Schwere der Tat angemessen sind und wirklich Abschreckungswirkung entfalten können“, sagte Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin des WWF. Da Vietnam als Hauptabnahmemarkt für das Horn gilt, hatte Südafrika im April 2012 zudem alle Vietnamesischen Staatsbürger von der Trophäenjagd ausgeschlossen. Doch zugleich zeigt sich der WWF besorgt darüber, dass Lemtongthais Mitangeklagte – drei Südafrikaner und zwei Asiaten ‑ ohne weitere Erläuterung frei kamen.

 

Um das Schlupfloch der Trophäenjagd in Südafrika zu stopfen und die Hörner nicht in den illegalen Handel gelangen, muss der Jagd-Mechanismus dringend überarbeitet werden. Die betroffenen Staaten müssen ihre Grenzen viel stärker kontrollieren, Transitpunkte wie Flughäfen und Häfen überprüfen und grenzübergreifende Anti-Wilderei-Programme entwickeln und umsetzen Denn die Nachfrage nach Rhino-Horn ist ungebrochen. Während im Jahr 2010 bereits 333 Tiere und im Jahr 2011 dann 448 Tiere gewildert wurden, meldet die südafrikanische Umweltbehörde (Department of Environmental Affairs) mit Stand 6. November für dieses Jahr bereits 528 illegal gewilderte Tiere.

KONTAKT:

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

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