Content Section

Die Strompreislüge: Hysterie um EEG-Umlage

15. Oktober 2012

Hitzige Debatte um EEG-Umlage vernachlässigt die Fakten

Nur ein Drittel der Strompreissteigerungen seit dem Jahr 2000 gehen auf die Förderung der erneuerbaren Energien zurück. © Claire Doole / WWF

Berlin - Die Übertragungsnetzbetreiber haben heute die Höhe der Umlage für Ökostrom nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) mit 5,277 ct/kWh für das Jahr 2013 bekannt gegeben. Im Zug der aufgeheizten Debatte mahnt der WWF erneut zu einer Versachlichung. „Die öffentliche Diskussion um die Strompreise und den Ausbau der erneuerbare Energien ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Mit der sehr unsachlichen geführten Debatte soll die Energiewende ausgebremst werden, “ sagte Regine Günther, Leiterin Klima und Energiepolitik von WWF Deutschland. 

„Nur ein Drittel der Strompreissteigerungen seit dem Jahr 2000 geht auf die Förderung der erneuerbaren Energien zurück“, sagte Günther. Deutlich stärker fallen die gestiegenen Kosten für konventionelle Stromerzeugung, Vertrieb und Margen der Energieversorger ins Gewicht. Durch überdimensionierte Ausnahmeregelungen für energieintensive Betriebe wurde dafür gesorgt, dass diese doppelt profitieren: Die privilegierten Unternehmen sind für 18 Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich, müssen aber nur 0,3 Prozent der EEG Umlage zahlen, das heißt von insgesamt 13,5 Milliarden EUR nur 37 Millionen  EUR. Darüber hinaus profitieren sie vom preissenkenden Effekt der Erneuerbaren an der Börse. Ohne diese beiden Sondereffekte wäre die EEG-Umlage um weit über einen Cent niedriger. Die Kostenbefreiungen laden die Industrie regelrecht zur Stromverschwendung ein. Insbesondere jene Unternehmen, die offensichtlich nicht im internationalen Wettbewerb stehen, sollten nicht in den Genuss von Ausnahmen kommen können.  

„Nach einer repräsentativen Umfrage von Oktober 2012 im Auftrag des WWF unterstützen 74 Prozent der Deutschen die Energiewende. Dies sollte nicht verspielt werden. Statt billiger Meinungsmache sollten wir vor allem auf die Fakten schauen. Das Erneuerbare Energien Gesetz hat für den Ausbau der Erneuerbaren großartiges geleistet. Perspektivisch muss aber über eine Modernisierung und nicht über Abriss des EEG nachgedacht werden. Das aktuell immer wieder ins Spiel gebrachte Quotenmodell führt dabei aber sehr sicher in die Irre. Es löst keine Probleme, “ so Günther.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressesprecherin

WWF Deutschland

Tel.: 030 311777-467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken