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Deckel drauf

11. Juli 2013

WWF begrüßt Entscheidung des EU-Umweltausschusses zu Biosprit

© Global Warming Images / WWF-Canon
© Global Warming Images / WWF-Canon

Berlin/Brüssel. Der EU-Umweltausschuss stellte heute in einer Vorentscheidung die Weichen zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der europäischen Agrarkraftstoffpolitik. Der WWF begrüßt die Entscheidung zur Deckelung von landnutzungsbasierten Biokraftstoffen auf 5,5 Prozent des Anteils erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. Auch die Ausgrenzung ab 2020 von Biokraftstoffen, die zur Bedrohung der Artenvielfalt beitragen und in Konflikt mit der Nahrungsmittelproduktion stehen, sei positiv zu bewerten, allerdings hatte der WWF eine Umsetzung bereits ab spätestens 2017 gefordert.

 

„Biosprit, so wie er heute hergestellt wird, muss an Europas Tankstellen ausgelistet werden. Ohne Biokraftstoffe wird der Verkehrssektor jedoch beim Klimaschutz seine Ziele verfehlen. Der Ausschuss hat durch die Deckelung des Einsatzes von landnutzungsbasierten Kraftstoffen den ersten grundsätzlichen Entschluss für mehr Nachhaltigkeit gefasst“, sagt Jenny Walther-Thoß, Referentin Nachhaltige Biomasse beim WWF Deutschland.

 

Neben der Deckelung auf 5,5 Prozent setzt der aktuelle Vorschlag zudem Anreize für die Markteinführung fortschrittlicher Biokraftstoffe aus Abfällen, Algen und Bakterien. „Die EU sorgt jetzt hoffentlich dafür, dass besonders problematische Biokraftstoffe zugunsten innovativer Alternativen ausgebremst werden. Nur so schaffen wir die Klimaziele im Verkehr“, sagt Johannes Erhard, Referent Mobilität beim WWF Deutschland. Nach dem Beschluss des Umweltausschusses werden Biokraftstoffe, deren Produktion mit unerwünschten Nebeneffekten für Nahrungsmittelsicherheit und die Umwelt verbunden sind, mit einem Malus belegt und ihre Anrechnung auf die Ziele der EU-Richtlinien erschwert.

 

Der Vorschlag des Umweltausschusses biete laut WWF jedoch noch einige Schlupflöcher, die die Erreichung des Klimaziels im Verkehrsbereich von zehn Prozent erneuerbarer Energie gefährdeten. So reichte es zum Beispiel aus, wenn Mitgliedsstaaten das allgemeine EU-Klimaschutzziel von 20 Prozent erneuerbarer Energien erreichten, ohne ihre Auflagen im Verkehrsbereich erfüllen zu müssen. Außerdem würden fortschrittliche Biokraftstoffe, z.B. aus Abfällen und Algen, mehrfach bei der Zielerreichung angerechnet. Was als Förderung für innovative Kraftstoffe gedacht sei, führe aber de facto zu einer Verwässerung des zehn Prozent-Ziels. Nun liege es am Europaparlament, den vom Umweltausschuss vorgelegten Vorschlag hin zu nachhaltigeren Biokraftstoffen zu verteidigen und die Umsetzung in den betreffenden Richtlinien sicherzustellen.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF Deutschland

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

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