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Historische Ergebnisse in Bangkok

14. März 2013

Jubiläums-Artenschutzkonferenz gibt Vorfahrt für Umwelt- und Naturschutz

Schimpanse © Andy Rouse / naturepl.com / WWF
Schimpanse © Andy Rouse / naturepl.com / WWF

Zum Ende der Artenschutzkonferenz CITES zog die Naturschutzorganisation WWF ein positives Fazit. Nach einem Jahrzehnt des Stillstands hätten sich auf der diesjährigen Artenschutzkonferenz in breitem Stil Umwelt- und Naturschutzziele gegenüber kommerzieller Ausbeutung durchgesetzt, so der WWF in seiner Abschlussbewertung. Besonders profitierten verschiedene Haiarten und Mantarochen, deren Schutzanträge in den vergangenen Jahren mehrfach in letzter Minute gekippt worden waren. „Dies ist ein historischer Moment. Nach vielen Jahren mit schwachen Ergebnissen freuen wir uns über dieses Geburtstagsgeschenk zum 4o. Jubiläum des Artenschutzübereinkommens“, sagte Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF vor Ort in Bangkok. Erfreut zeigt sich der WWF auch über die stärkeren Schutzmaßnahmen für die charismatischen Flagschiffarten Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen.

 

Heringshai, Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhaiarten und Mantas wurden mit einer klaren Zweidrittelmehrheit auf Anhang II des Artenschutzabkommens gelistet. Sie dürfen damit nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden. Eine Sägefischart wurde in die höchste Schutzkategorie aufgenommen.

 

Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen stehen schon lange unter Artenschutz. Die aktuelle Wildereikrise zeigt jedoch, dass dieser Schutz alleine nicht reicht. Der illegale Handel mit diesen Arten hat sich zu einem Verbrechen globalen Ausmaßes entwickelt. Das haben auch die CITES-Mitgliedsstaaten erkannt: Nie zuvor war der Ruf nach Sanktionen für Nichteinhaltung der Konferenzbeschlüsse so laut wie auf der diesjährigen Zusammenkunft. Vielen Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern, darunter Gastgeberland Thailand, China und Kenia, wurden die Daumenschrauben angelegt, sich deutlich stärker für den Schutz der bedrohten Tiere einzusetzen. Gegen Guinea wurden sofortige Sanktionen eingeleitet, da das Land mehrfach mit bedrohten Menschenaffen gehandelt hatte.

 

Im Fall der Nashörner wurden Vietnam und Mosambik als Haupttreiber der Wilderei auf die Dickhäuter identifiziert. Laut vietnamesischem Aberglauben hilft gemahlenes Horn gegen Krebs und Kater. Mozambik, das an den Krüger Nationalpark angrenzt, in dem weltweit die meisten Nashörner leben, gilt als eines der Hauptschmuggelländer. Beiden Ländern drohen nun Handelssanktionen, wenn sie innerhalb des nächsten Jahres nicht entschieden der Wilderei entgegentreten.

 

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

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