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Illegale Luchstötung: Trächtiges Tier erschossen

24. Mai 2013

Umweltverbände setzen 15.000 Euro Belohnung aus. / Bayern hat Nachholbedarf bei Bekämpfung von Naturschutzkriminalität

Luchsmutter mit Jungem. © Staffan Widstrand / WWF
Luchsmutter mit Jungem. © Staffan Widstrand / WWF

Berlin - Nur ein Jahr nach dem bis heute ungelösten Gift-Mord an „Tessa“, ist im Bayerischen Wald erneut ein Luchs illegal erlegt worden. Diesmal erwischte es ein rund  zweijähriges, trächtiges Weibchen. Wie das zuständige Polizeipräsidium Niederbayern bestätigte, wurde die erschossene Luchsin von einem Spaziergänger am Silberberg in Bodenmais (Landkreis Regen) gefunden. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, haben Umweltverbände eine Belohnung von insgesamt 15.000 Euro ausgesetzt.

 

„Wilderei an bedrohten Tierarten ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Verbrechen“, sagt Dr. Janosch Arnold vom WWF Deutschland. „Immer wieder verschwinden vor allem Luchse und Wölfe in Deutschland spurlos. Wir können dann nur spekulieren und mutmaßen, denn nur seltenen wird, wie etwa aktuell oder im Fall Tessa vor einem Jahr, tatsächlich ein Kadaver gefunden.“

 

Bayern habe, so die Verbände, bei der Verfolgung von Naturschutzkriminalität großen Nachholbedarf. Während in Ländern wie Österreich (Bundeskriminalamt), Italien (Sondereinheit der Forstpolizei) und den USA (fish and wildlife service), aber etwa auch in Nordrhein-Westfalen (Stabsstelle Umweltkriminalität), derartige Delikte von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Sondereinheiten verfolgt wird, ist in Bayern meistens die örtliche Polizeiinspektion alleine zuständig. Ohne fachliche Ausbildung, ohne spezielle Ausrüstung und mit oft starker Verwurzelung in der örtlichen Jagdszene ist nicht mit hohem Verfolgungsdruck zu rechnen.

 

WWF, Bund Naturschutz in Bayern (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bilden zusammen mit der Wildlandstiftung des bayerischen Jagdverbandes eine Trägergemeinschaft für einen Ausgleichsfonds zur Erstattung von durch Beutegreifern verursachte Schäden an Haustieren und Gatterwild. Sie sind zudem seit vielen Jahren an der landesweiten Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von tragfähigen Managementplänen für große Beutegreifer beteiligt. Dies alles dient auch der Akzeptanzbildung für diese Tiere. Leider gebe es in Bayern, so die Verbände, immer noch einige Unverbesserliche, die die konstruktiven Ansätze durch illegale Handlungen torpedierten.

 

Der WWF Deutschland lobte allein 3.000 Euro aus, der ÖJV ebenfalls 3000 Euro, die Gregor Louisoder Umweltstiftung 7.000 Euro, Bund Naturschutz in Bayern (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) noch einmal jeweils 1.000 Euro.

KONTAKT

Roland Gramling

Pressestelle

Tel. 030 311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de 

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