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WWF: Vorfahrt für Elektroautos

24. Mai 2013

Elektromobilität als zentraler Hebel für Klimaschutz im Verkehr

Elektrofahrzeug. © Arnold Morascher / WWF
Elektrofahrzeug. © Arnold Morascher / WWF

Anlässlich der Internationalen Konferenz zu Elektromobilität der Bundesregierung Anfang kommender Woche in Berlin fordert der WWF Politik und Wirtschaft auf, sicherzustellen, dass die Elektromobilität ihren maximalen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr leisten könne. „Der Verkehrssektor ist seinen Beitrag zum Klimaschutz bislang weitgehend schuldig geblieben. Wir müssen nun die Elektromobilität erfolgreich auf die Straße bekommen, um langfristig von ihrer Klimaschutzwirkung zu profitieren und die Klimaschutzbilanz des Verkehrssektors zu verbessern“, appellierte Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland.

 

Zwischen 1990 und 2010 sind die energiebedingten CO2-Emissionen des Verkehrssektors lediglich um 5,6 Prozent gesunken. PKWs und leichte Nutzfahrzeuge machen zusammen weit über die Hälfte der CO2-Emissionen des Verkehrssektors aus. Für diese Verkehrsträger sei laut WWF die Einführung alternativer Antriebe der zentrale Hebel, um die CO2-Emissionen bis 2050 maximal zu reduzieren.

 

Bis Ende 2014 wollen die deutschen Hersteller 16 Elektroauto Modelle auf den Markt bringen. Schon heute reicht die begrenzte Reichweite eines reinen Elektrofahrzeugs für die meisten Alltagsfahrten vollkommen aus. Zusätzlich ermöglichen Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender durch die Kombination des elektrischen mit einem konventionellen Antrieb auch große Reichweiten. Gerade für Vielfahrer, die gleichzeitig einen hohen Anteil an elektrisch gefahrenen Kilometern erreichen, könne sich Elektromobilität schon in wenigen Jahren auch finanziell lohnen.

 

Der WWF fordert, Elektrofahrzeuge ausschließlich mit zusätzlich ins Netz eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu betreiben. Nur so können sie bei elektrischer Fahrt wirklich als nahezu „Nullemissionsfahrzeuge“ zählen und einen signifikanten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen des Verkehrs leisten. Außerdem müssen umweltfreundliche Recyclingkonzepte und Zweitnutzungskonzepte für Batterien zeitnah umgesetzt werden.

Der WWF betont zudem, Elektromobilität müsse als Baustein der Energiewende verstanden werden. Wenn man durch intelligentes Lastmanagement den Zeitpunkt der Batterieladung auf Zeiten geringer Stromnachfrage legt,  könnten Lastspitzen im Stromnetz vermieden und bislang ungenutzter Strom aus erneuerbaren Energien integriert werden. Auch ein Einsatz von Elektrofahrzeugen als flexible und mobile Stromspeicher zur Netzstabilisierung sei zu prüfen. Gleichzeitig müssten tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt werden, die dem Nutzer einen Anreiz geben, Lademanagement und den Einsatz seines Fahrzeugs als Stromspeicher zuzustimmen.

 

„Die Hersteller von Elektrofahrzeugen sind nun klar in der Pflicht, sich ihrer Verantwortung für die Umwelt zu stellen und die Markteinführung klimafreundlicher Elektrofahrzeuge voranzutreiben. Wir brauchen ein Höher, Schneller, Weiter für diese alternative Technologie“, sagte Brandes. Für einen Massenmarkt der Elektromobilität müsse die Kostenlücke gegenüber Fahrzeugen mit herkömmlichen Antrieben mittelfristig geschlossen werden. Langfristig müssten Elektrofahrzeuge dann über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet sogar die günstigere Wahl sein.