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Überführung der „Norwegian Getaway“

14. November 2013

BUND, NABU und WWF fordern: Ems sanieren statt ruinieren

Kreuzfahrtschiff auf der Ems © Marike Boekhoff / WWF
Kreuzfahrtschiff auf der Ems © Marike Boekhoff / WWF

Hamburg/Hannover – Am morgigen Freitag wird erneut ein Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft, die „Norwegian Getaway“, über die Ems in die Nordsee überführt. Die Baggerarbeiten in der Unterems, die die notwendige Gewässertiefe zur Überführung des Schiffes herstellen, führen – wie bei allen Überführungen der großen Schiffe der Meyer Werft – zu erheblichen Schäden für die Umwelt: „Baggerarbeiten sind die Hauptursache für den Sauerstoffmangel im Sommer und die starke Verschlickung der Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen in der Unterems“, sagt Vera Konermann, Gewässerreferentin des BUND Niedersachsen.

 

BUND, NABU und WWF begrüßen deshalb die gemeinsame Suche der Niedersächsischen Landesregierung, der Landkreise, der Meyer Werft und der Umweltverbände nach einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Lösung. Die Verbände erwarten 2014 von der Niedersächsischen Landesregierung eine politische Entscheidung für ein Gesamtkonzept zur ökologischen Sanierung der Unterems. „Die einseitige Nutzung der Unterems für wirtschaftliche Belange verstößt gegen die europäischen Natur- und Gewässerschutz-Richtlinien und muss dringend beendet werden“, fordert Beatrice Claus vom WWF. „Die ökologische Sanierung ist auch Voraussetzung für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes in Papenburg. Um Ökologie und Ökonomie an der Unterems ins Gleichgewicht zu bringen, müssen ausreichend Flächen und finanzielle Mittel für die Renaturierung zur Verfügung gestellt werden“, ergänzt Elke Meier vom NABU Niedersachsen.

 

Die Überführung der „Norwegian Getaway“ findet im Rahmen der planfestgestellten Randbedingungen für den Winterstau statt. Grundsätzlich ist der Winterstau weniger schädlich als eine Schiffsüberführung im Sommer. „Im Winter muss weniger gebaggert werden und die Überschwemmung der Vogelschutzgebiete in den Außendeichsflächen trifft die Vögel nicht während ihrer Brutzeit“, erläutert Vera Konermann vom BUND Niedersachsen.

 

Die nächste aus Sicht der Umweltverbände besonders problematische Schiffsüberführung ist für September 2014 geplant. Für die Überführung der „Quantum oft the Seas“ sollen die Umweltschutzauflagen zu Salz und Sauerstoff ausgesetzt werden. Die drei Naturschutzverbände haben gegen die Aussetzung der umweltschützenden Auflagen Rechtsmittel eingelegt. „Wir wollen verhindern, dass salzhaltiges Wasser in wertvolle Süßwasserlebensräume vordringt und trotz „Sauerstofflöchern“ noch weiter gebaggert wird.“, erklärt Konermann. Die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 stattfinden.

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