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Elektromobilität drückt aufs Tempo

17. September 2013

Studie zeigt: Umsteigen kann sich bereits lohnen – für Pendler und gewerbliche Flotten

Elektromobilität © Istockphoto.com / WWF-Canada
Elektromobilität © Istockphoto.com / WWF-Canada

Elektroauto fahren kann sich lohnen – und das bereits heute. Das ist die zentrale Erkenntnis eines heute veröffentlichten Berichts des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) im Auftrag der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Nach Instituts-Berechnungen können Elektroautos für Pendler und gewerbliche Flotten trotz der höheren Anschaffungskosten die kostengünstigere Alternative sein. Denn aufgrund ihrer sparsameren Betriebskosten kann je nach individuellem Fahrprofil der Gesamtkostenvergleich bereits heute zugunsten des Elektroautos ausfallen. „Klimafreundliche Mobilität geht nicht zwangsläufig zu Lasten des Geldbeutels. Dennoch muss der Kostenvorteil noch deutlich größer werden, um einen breiten Markt zu erschließen,“ sagt Johannes Erhard, Verkehrsexperte beim WWF Deutschland.

 

Der Erfolg von Elektroautos wird sich nach Ansicht von Experten erst einstellen, wenn sich der Umstieg für den Kunden auch finanziell lohnt. Vergleicht man unterschiedliche Fahrprofile, so profitieren jedoch bereits heute Berufspendler aus dem städtischen Großraum, die einen eigenen Garagenplatz haben und regelmäßig zur Arbeit pendeln. Auch für Firmen kann es sich bereits heute lohnen, ihre gewerbliche Flotte umzustellen. Beide Fahrprofile kombinieren eine hohe jährliche Fahrleistung von über 15.000 km und regelmäßige tägliche Strecken, die auch Plug-In-Hybrids oder Elektroautos mit Range-Extendern zu mindestens 80 Prozent elektrisch zurücklegen können.

 

Wann sich auch für weitere Nutzergruppen der Umstieg auf den elektrischen Antrieb lohnt, hängt von der Entwicklung des Benzin- und Strompreises, den Batteriekosten, der Ladeinfrastruktur und von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 auf deutschen Straßen, ist laut den Experten des Fraunhofer ISI weiter erreichbar. „Deutsche Hersteller fangen gerade erst an, den Markt zu beliefern – die Unkenrufe gegen die Elektromobilität sind fehl am Platz“, sagt Erhard.

 

Neben den Herstellern kommt aber auch der Politik nach wie vor eine zentrale Rolle zu. Von der neuen Bundesregierung erwartet der WWF daher, dass sie sich für eine konsequente Verkehrswende als Teil der Energiewende einsetzt. So müsse der Markthochlauf von Elektromobilität und hocheffizienten Fahrzeugen gefördert und Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß zurückgedrängt werden. Insbesondere solle die Bundesregierung ihre Blockadehaltung gegen den auf EU Ebene gefundenen Kompromiss zu strengeren CO2-Grenzwerte für PKWs aufgeben sowie eine umfassende Reform der deutschen Dienstwagenbesteuerung ermöglichen, die die steuerliche Absetzbarkeit am CO2-Ausstoß ausrichtet. Auch mit Maßnahmen wie einer öffentlichen Beschaffungsoffensive, einer Sonderabschreibung für Elektrofahrzeuge in gewerblichen Flotten oder einer temporären Privilegierung gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen könne die Bundesregierung den Markthochlauf der Elektromobilität gezielt unterstützen.

 

Hintergrund:

Um Maßnahmen für den Ausbau der Elektromobilität beurteilen zu können, hatte die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) bereits im Jahr 2011 Ergebnisse eines Simulationsmodells aus der Industrie vorgelegt, aus dem sich Szenarien für den Markthochlauf in Abhängigkeit von wichtigen Parametern ermitteln lassen. Der WWF hatte sich im Sinne der Transparenz massiv dafür eingesetzt, dieses Modell durch ein neutrales wissenschaftliches Institut fortschreiben zu lassen. Im Rahmen eines Ausschreibungsprozesses wurde im Januar 2013 das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) mit der Fortschreibung des Modells beauftragt. Als Mitglied der AG 7 der NPE, die sich mit den Rahmenbedingungen für die Einführung der Elektromobilität beschäftigt, hatte sich der WWF in einer Serie von Workshops aktiv in den Prozess der Optimierung des Modells eingebracht.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

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