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Nein zu Ölbohrungen in Virunga

24. September 2013

WWF ruft per Petition zur Rettung von Afrikas ältestem Nationalpark auf

Flusspferde in Virunga © Karl Ammann / naturepl.com / WWF Canon
Flusspferde in Virunga © Karl Ammann / naturepl.com / WWF Canon

Der älteste Nationalpark Afrikas ist in Gefahr. Denn wenn es nach dem Willen des britischen Öl-Konzerns SOCO International PLC geht, soll im Virunga Nationalpark nach Öl gebohrt werden. Damit drohen Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen sowie eine weitere Destabilisierung der krisengeschüttelten Region durch bewaffnete Konflikte. Pipeline-Lecks und das Abfackeln von Gas könnten die Luft, das Wasser und den Boden in diesem einmaligen Naturparadies vergiften. Um die Profitgier zu stoppen, hat der WWF daher eine Petition ins Leben gerufen. Damit fordert der WWF SOCO dazu auf, jegliche Pläne zur Erkundung und Förderung von Ölvorkommen in Virunga aufzugeben und sich zu verpflichten, weltweit nicht in Weltnaturerbe-Stätten zu operieren.

Virunga gilt als der Nationalpark mit der größten Artenvielfalt Afrikas und ist Heimat für 200 vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Alles, was Afrikas Natur so faszinierend macht, findet sich dort: Regenwald, Gletscher, Vulkane, Savanne, große Seen, Elefanten, Flusspferde und unzählige andere Arten. Über viele Jahrzehnte konnte der älteste Nationalpark des Kontinents bewahrt werden, durch alle Gefahren, Bürgerkriegswirren, gegen Wilderer, trotz des stetig steigenden Drucks einer wachsenden Bevölkerung.

Um Virunga zu schützen, hat sich auch die britische Regierung schützend vor den Nationalpark gestellt – diese Woche bestätigte ein Regierungssprecher offiziell, dass die britische Regierung gegen Ölerkundungen in dem Weltnaturerbe Virunga ist. In Deutschland verabschiedeten die Fraktionen von CDU/CSU und FDP kürzlich eine Entschließung, mit der sie die Demokratische Republik Kongo auffordern, vom Gesetzentwurf zur Legalisierung von Ölbohrungen in Schutzgebieten Abstand zu nehmen.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Ölförderung in den Produzentenländern statt Armut und Ungleichzeit zu verringern, eher negative soziale und ökonomische Effekte hat. Im Nigerdelta zeige sich etwa der negative Einfluss der Ölgewinnung auf die Entwicklungschancen. Während dort zwischen 1970 und 2000 ca. 350 Mrd. US-Dollar an Öleinnahmen erzielt wurden, stieg zugleich der Anteil der Armen von 36 auf 70 Prozent der Bevölkerung und die Ungleichheit verschärfte sich stark.

Wer die Petition unterstützen möchte und so den Druck auf SOCO erhöhen will, findet sie ab sofort unter: www.wwf.de/sos-virunga/  Initiator ist der WWF in über zwölf Ländern, nämlich Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Spanien und den USA.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

 

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