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Weltweit Wilderei-Exzesse stoppen

26. September 2013

WWF fordert Sofortaktion der UNO gegen Wildereikrise

Elfenbein-Wilderei in Gabun © James Morgan / WWF Canon
Elfenbein-Wilderei in Gabun © James Morgan / WWF Canon

Mehr als geschätzt 19 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit mit illegalen Wildtierprodukten umgesetzt. Derzeit stehen vor allem afrikanische Elefanten und Nashörner im Fadenkreuz der Wilderer. Dabei ist der illegale Artenhandel längst zur Bedrohung von Frieden und Sicherheit der betroffenen Staaten geworden. Mit welchen Maßnahmen die internationale Gemeinschaft die Wilderei bekämpfen kann, wird auf Einladung von Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba und Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstag während der 68. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York mit  Staatspräsidenten und hochrangigen Entscheidungsträgern zahlreicher Staaten diskutiert. Ziel der UNO müsse sein, das Problem so ernst zu nehmen wie den Handel mit Drogen, Waffen und Menschen, fordert der WWF.

 

Zwischen den Ursprungs-, Transit- und Nachfrageländern für illegale Wildtierprodukte liegen ganze Kontinente. Der Kampf gegen die weltweit operierenden Banden erfordert daher nicht nur die Koordination zwischen den Behörden der Länder sondern eine intensive internationale Zusammenarbeit. Der WWF ruft die Staatschefs auf, eigene Spezialeinheiten aus Polizei, Justiz, Zoll sowie Umweltbehörden zu bilden. „Die Länder müssen sofort handeln. Nur strengere Strafen, keine Toleranz bei Korruption und die Zerstörung der Schmugglerrouten können diesem  ein Ende setzen“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Zudem muss die Nachfrage nach Elfenbein und Rhinozeroshorn in den Abnehmerländern dringend vermindert werden.

 

Die Tiere sind zu Zielscheiben skrupelloser Syndikate geworden. „Hoch bewaffnete Banden richten immer wieder Massaker an Elefantenbeständen in Teilen Afrikas an und nutzen das Elfenbein zum Kauf von Waffen und für andere illegale Aktivitäten“, beschreibt Volker Homes die Situation. Bis zu 30.000 Elefanten wurden geschätzt so im vergangenen Jahr getötet. So ging zum Beispiel der Waldelefantenbestand in Gabun zwischen 2002 und 2011 in einigen Schutzgebieten um bis zu 60 Prozent zurück. Für die Afrikanischen Nashörner setzte sich im südlichen Afrika vor etwa fünf Jahren eine tödliche Spirale in Gang, die bisher kein Ende kennt: Wurden in den Jahren vor 2008 nur etwa ein bis zwei Dutzend Nashörner pro Jahr in Südafrika getötet, so waren es im Jahr 2012 bereits 668 Tiere. „In diesem Jahr steuern wir auf mehr als 1.000 tote Tiere zu. Wenn es uns nicht sehr bald gelingt, den Trend umzukehren, werden die Nashörner schon in den nächsten 20 Jahren in weiten Teilen Afrikas verschwunden sein“, warnt Homes.

 

Der Elfenbeinhandel soll inzwischen auch von Kriegsverbrechern wie dem international gesuchten Massenmörder Joseph Kony und seiner Lord's Resistance Army (LRA) genutzt werden. Während das Elfenbein für Waffen und Ausrüstung getauscht werde, verwende man das Fleisch der Tiere zur Versorgung der Truppen. Die LRA hat nach UN-Angaben in den vergangenen 25 Jahren mehr als 100.000 Menschen in Zentralafrika getötet und zwischen 60.000 und 100.000 Kinder entführt, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Sie gilt als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt. Doch die LRA ist nicht allein – in Kamerun wurden Wilderer der sudanesischen Dschandschawid-Reitermilizen überführt. In Kenia soll die Terrorgruppe Al-Shabaab aus dem benachbarten Somalia Jagd auf Elefanten machen.

 

Zum UNO-Diskussionsforum am 26. September zu illegalem Artenhandel und Wilderei laden Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba und Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle. Die Eröffnungsrede hält der stellvertretende Generalsekretär der Vereinten Nationen, Jan Eliasson. Weitere Staats- und Regierungschefs sowie Außenminister zahlreicher Länder haben ihre Teilnahme zugesagt. Jim Leape, Generaldirektor des World Wide Fund for Nature (WWF) und John E. Scanlon, Generalsekretär des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) sind weitere Gesprächspartner.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030/ 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

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