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Die fossile Zeitbombe entschärfen

13. April 2014

WWF: Umstellung des Energiesektors Kernaufgabe im Kampf gegen Klimawandel

Investitionen in erneuerbare Energien sind bestens angelegt. © Richard Mc Lellan / WWF-Canon
Investitionen in erneuerbare Energien sind bestens angelegt. © Richard Mc Lellan / WWF-Canon

Berlin – Die rasche Umstellung des Energiesektors auf klimafreundliche Technologien ist unbedingt erforderlich, um der überwiegend menschgemachten Erderwärmung Einhalt zu gebieten, so die Kernbotschaft des Weltklimarats IPCC in Berlin. Dafür müsse mehr als dreimal soviel wie heute in die Dekarbonisierung des Energiesektors investiert werden. In seinem dritten Teilbericht macht der von den Vereinten Nationen beauftragte Rat von Klimaexperten zudem deutlich, dass die Bekämpfung des Klimawandels machbar sei und auch wirtschaftliche und soziale Vorteile mit sich bringe. Die weltweiten Kosten für die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen seien deutlich niedriger als ursprünglich erwartet.

„Der Weltklimarat hat klar herausgestellt, dass schnelles tiefgreifendes Handeln nötig und ein rasches Umsteuern auf CO2-freie Energieträger unerlässlich ist, sollen nicht Millionen von Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren. Die Investitionen in erneuerbare Energien sind bestens angelegt. Deutschland ist mit der Energiewende auf dem richtigem Pfad, es hapert noch an der Umsetzung,“ sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland.

Trotz weltweit ergriffener Gegenmaßnahmen haben die menschgemachten Treibhausgasemissionen einen neuen Höchststand erreicht. Laut IPCC sind CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger und aus industriellen Prozessen für 78 Prozent des Treibhausgasanstiegs von 1970 bis 2010 verantwortlich. Ohne zusätzliche Emissionsminderungen würden die Treibhausgase durch Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Aktivitäten weiter ansteigen und in der Folge im Jahr 2100 zu einem globalen Temperaturanstieg von 3,7 bis 4,8 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit führen.

Um die Wende einzuleiten, kommt dem Energiesektor eine Schlüsselrolle zu. Laut IPCC seien vor allem die nächsten 15 Jahre entscheidend, um den Schwenk hin zu einer CO2-armen Wirtschaft zu vollziehen und so den Klimawandel mit seinen schwerwiegenden Folgen einzudämmen. Die Staaten müssten dringend in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen investieren. „Erneuerbaren Energien sind längst kein Nischenmarkt mehr. Sie sind bereits heute weitgehend wettbewerbsfähig und müssen weltweit den Löwenanteil bis hin zur vollständigen Umstellung unserer Energieversorgung ausmachen,“ sagt Brandes.

Auch Deutschland hat noch viele Hausaufgaben vor sich. Trotz der Entscheidung für die Energiewende feiert ein Klimaschädling seine Rückkehr: Die Stromproduktion aus Kohle ist im vergangenen Jahr auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Die CO2-Emissionen sind damit trotz steigender Anteile von erneuerbaren Energien an der deutschen Stromproduktion gestiegen. Für den WWF muss daher vorrangig auf der Tagesordnung stehen, den europäischen Emissionshandel vor 2020 zu sanieren und die klimaschädlichen Kohle-Emissionen im nationalen Kontext zu deckeln. Auch Banken sollten nicht mehr Kohlekraftwerke finanzieren, sondern zukunftsweisende und sichere Investitionsentscheidungen treffen.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

WWF Pressestelle

Tel. 0151 188 54 846

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de 

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