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Virunga: Nationalparkchef Emmanuel de Merode angeschossen

16. April 2014

Gesundheitszustand ernst aber stabil

Emmanuel de Merode © Richard Stonehouse / WWF Canon
Emmanuel de Merode © Richard Stonehouse / WWF Canon

Der Direktor des afrikanischen Virunga-Nationalparks Emmanuel de Merode wurde gestern in einem Hinterhalt angeschossen, wie die Nationalparkverwaltung mitteilt. Sein Gesundheitszustand soll ernst aber stabil sein. De Merode wurde auf dem Rückweg von der Provinzhauptstadt Goma zurück in den Nationalpark angegriffen. Virunga ist der älteste Nationalpark Afrikas und UNESCO Weltnaturerbe. Der Park, bekannt für seine seltenen Berggorillas, liegt in der demokratischen Republik Kongo. Aufgrund der politisch instabilen Situation im Osten des Landes war der Park zwei Jahre lang geschlossen und konnte erst kürzlich wieder seine Pforten für den Gorilla-Tourismus öffnen.

 

„Emmanuel de Merode ist ein engagierter Naturschützer, der jeden Tag sein Leben aufs Spiel setzt, um den Virunga-Nationalpark, seine Ranger und die dort lebenden gefährdeten Arten zu beschützen sowie die lokale Bevölkerung, die auf den Park für ihren Lebensunterhalt angewiesen ist", sagt Lasse Gustavsson, Direktor Naturschutz bei WWF International. „Ich weiß, wie sehr Emmanuel diesen Park liebt. Mit seinem Engagement ist ein Vorbild für uns alle und ich wünsche ihm eine schnelle Genesung.“

 

In den letzten drei Jahren wurden 20 Ranger bei der Verteidigung des Nationalparks getötet, im Kampf gegen Rebellenüberfälle und eine Mafia, die von Wilderei und der Plünderung der Regenwälder zur Holzkohlegewinnung profitiert. Trotz Bürgerkrieg und Plünderung konnte der Park dank des selbstlosen Einsatzes der Ranger und Naturschützer erhalten werden. Derzeit bedroht ihn eine neue, fundamentale Gefahr - durch die britische Firma Soco International Plc, die mitten im Welterbe nach Öl suchen will.

 

Hintergrund:

Der Virunga Nationalpark, UNESCO Weltnaturerbe und Ramsar Feuchtgebiet, ist ein 790.000 ha großer Park im Osten der Demokratischen Republik Kongo, an der Grenze zu Ruanda und Uganda. Ebenso wie der Volcanoes Nationalpark in Ruanda entstand der Park 1969 aus der Teilung des bereits seit 1925 bestehenden Albert-Nationalparks. Er ist der älteste, artenreichste und landschaftlich vielfältigste Nationalpark Afrikas und unter anderem Heimat von knapp 200 der vom Aussterben bedrohten Berggorillas.


Durch die geplante Ölexploration und mögliche Ölförderung  drohen Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen sowie eine weitere Destabilisierung der krisengeschüttelten Region durch bewaffnete Konflikte. Um Virunga vor der Ölförderung zu bewahren, hat der WWF eine weltweite Öffentlichkeitskampagne gestartet. Ziel ist es, dass Soco verbindlich zusagt, auf seine Ölförderpläne innerhalb von Virunga und allen anderen Weltnaturerbestätten zu verzichten.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

WWF Pressestelle

Tel. 0151 188 54 846

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de 

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