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Erneut Wolf erschossen

13. August 2014

Wolf in Brandenburg illegal geschossen / WWF fordert Spezialeinheiten für Umweltkriminalität

Symbolbild © Ralph Frank / WWF

Schon wieder wurde ein geschütztes und bedrohtes Wildtier in Deutschland illegal abgeschossen. Diesmal hat es einen Wolfsrüden nahe Beeskow (Brandenburg) erwischt. Vergangene Woche wurde das Tier nahe der B168 tot aufgefunden.

 

„Immer wieder verschwinden Wölfe in Deutschland spurlos. Wir können dann über die Gründe nur spekulieren und mutmaßen, denn selten wird, wie im aktuellen Fall, tatsächlich ein Kadaver gefunden. Doch selbst wenn, werden die Täter fast nie ermittelt.  Wilderer haben in Deutschland leichtes Spiel“, erklärt Dr. Janosch Arnold, Wildbiologe beim WWF Deutschland.

Deutschland habe, so die Kritik des WWF-Experten, bei der Verfolgung von Naturschutzkriminalität großen Nachholbedarf.

 

Arnold forderte die Bundesländer auf, endlich bei den zuständigen Landeskriminalämtern Spezialeinheiten für Umweltkriminalität zu etablieren. Derzeit gibt es nur in NRW eine derartige Stabsstelle. Zudem fehle in Deutschland eine zentrale Auswertung für artenschutzrechtliche Verstöße. „Zu Eigentums- oder Verkehrsdelikten gibt es Statistiken und eine entsprechende Erfassung und Auswertung. Aber bei illegalen Tötungen von geschützten Tierarten sind wir weitgehend blank. Verlässliche Zahlen gibt es kaum. Dabei sind illegale Abschüsse von bedrohten Tierarten keine Kavaliersdelikte, sondern Verbrechen“, kritisiert Arnold.

 

Während in Ländern wie Österreich (Bundeskriminalamt), Italien (Sondereinheit der Forstpolizei) und den USA (fish and wildlife service) Wilderei-Delikte von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Sondereinheiten verfolgt wird, ist in Deutschland die örtliche Polizeibehörde meist auf sich alleine gestellt. Ohne spezifische fachliche Ausbildung und Routine ist ein Aufklären derartiger Delikte schwer möglich. Wölfe sind nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar.

KONTAKT

Roland Gramling

Pressestelle

Tel: 030 311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de