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Unterwasserwelt des Wattenmeeres schützen

04. Februar 2014

WWF fordert: Regelungen für Schifffahrt und Fischerei verbessern / Trilaterale Wattenmeerkonferenz in Tondern/Dänemark

Miesmuscheln © Uwe Johannsen / WWF
Miesmuscheln © Uwe Johannsen / WWF

Hamburg/Husum/Tondern - Trotz des langjährigen Schutzes und der Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe durch die UNESCO bestehen noch viele ungelöste Probleme, die laut WWF auf der 12. Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden am 4. und 5. Februar behandelt werden müssen. Die Fischerei auf Muscheln und Krabben ist noch nicht naturverträglich und die Unterwasserwelt bislang kaum geschützt. Die Schifffahrt gefährdet das Wattenmeer durch Vertiefung der Flussmündungen und übertriebenen Hafenausbau, während zugleich das Risiko von großen Schiffsunfällen mit dem Austritt von Öl oder Chemikalien wächst. Der WWF begrüßt zugleich die zu erwartenden Beschlüsse für eine gemeinsame Strategie gegen die Folgen des steigenden Meeresspiegels, für naturverträglichen Tourismus, sowie für Schutzprojekte entlang der Zugwege der Wattenmeervögel.

 

„Zum Schutzgebiet des Wattenmeeres gehört auch die Unterwasserwelt mit ihren Fischen und den Lebensräumen am Meeresboden. Doch Arten wie Nagelrochen, Katzenhai, Stör und Sandkoralle fehlen heute selbst in den Nationalparks, und immer noch werden wilde Miesmuschelbänke befischt“, sagte Hans-Ulrich Rösner, Projektleiter Wattenmeer beim WWF Deutschland. Bei der letzten Wattenmeerkonferenz 2010 nahm man sich deshalb vor, hierzu gemeinsame Grundsätze zu entwickeln. Die Vorgaben, die nun in Tondern für die Fischerei gemacht werden sollen, seien jedoch viel zu weich.

 

Zu kurz greifen die Konferenzvorbereitungen auch beim Thema Schiffssicherheit. „Immer noch werden Naturflächen dem Hafenausbau geopfert, und die Vertiefung der Flussmündungen führt auch im Wattenmeer zu schweren Schäden. Wir brauchen hier einfach mehr Rücksicht“, sagt Rösner. Wichtig bleibe auch, die einmalige Wattenmeer-Natur vor den Folgen von Schiffsunfällen mit Öl- und Chemikalienaustrittt schützen. „Schiffe, die sich dem Wattenmeer nähern, sollten von der Verkehrsüberwachung angesprochen und auf den besonderen Schutzbedarf hingewiesen werden.“

 

Es sind jedoch auch sehr positive Beschlüsse bei der Wattenmeerkonferenz zu erwarten: So hat Dänemark den Antrag an die UNESCO gestellt, das Weltnaturerbe Wattenmeer um den dänischen Teil des Wattenmeeres zu erweitern. Die Wattenmeerstaaten wollen sich auf eine Strategie verständigen, mit der man die Folgen des durch den Klimawandel beschleunigt ansteigenden Meeresspiegel für das Wattenmeer verringern kann. Neben den Wattenmeerstaaten wollen auch Tourismus- und Naturschutzorganisationen eine in den letzten Jahren gemeinsam entwickelte Strategie für nachhaltigen und naturverträglichen Tourismus unterstützen. Und die Wattenmeerstaaten wollen sich zur Unterstützung des Schutzes entlang des gesamten Zugwegs der Millionen von Wattenmeervögeln bekennen und entsprechende Projekte unterstützen.

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KONTAKT

Britta König

Pressestelle WWF

Tel.: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

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