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Wasserkrise verschärft sich

21. März 2014

WWF: Zerstörung von Wasser-Vorkommen ist „globale Umweltkatastrophe“. / In einem Fast-Food-Burger stecken 2.500 Liter Wasser.

Weltwassertag - Zerstörung von Wasser-Vorkommen ist „globale Umweltkatastrophe“ © Global Warming Images / WWF-Canon
Weltwassertag - Zerstörung von Wasser-Vorkommen ist „globale Umweltkatastrophe“ © Global Warming Images / WWF-Canon

Zum Weltwassertag am 22. März warnt die Naturschutzorganisation WWF vor einer Verschärfung der weltweiten Wasserkrise. Über 780 Millionen Menschen hätten derzeit überhaupt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 2,6 Milliarden Menschen lebten ohne grundlegende Sanitäreinrichtungen. Und während der Wasserbedarf weiter zunehme, gehe es den Feuchtgebieten, die im globalen Wasserkreislauf eine entscheidende Rolle haben, immer schlechter. Über 50 Prozent der Flusssysteme, Moore und Seen sind laut WWF in den vergangenen 100 Jahren  verloren gegangen – und mit ihnen ist rund die Hälfte der Populationen an bekannten Süßwasserarten unwiederbringlich verloren gegangen.

 

„Die Ausbeutung und Verschmutzung von Trinkwasser und die Zerstörung von Feuchtgebieten ist eine schleichende, globale Umweltkatastrophe“, warnt Philipp Wagnitz vom WWF Deutschland. In den Entwicklungs- und Schwellenländern würden noch heute 80 bis 90 Prozent der Abwässer direkt in Flüsse oder Seen eingeleitet. Dabei kann bereits ein Liter Abwasser etwa acht Liter sauberes Wasser verschmutzen.

 

„Wer Trinkwasser für alle will, der muss auch die Probleme in der Abwassereinigung angehen. Wir können uns die schlechte Bewirtschaftung einer lebensnotwendigen Ressource schlicht nicht mehr leisten“, so WWF-Experte Wagnitz. Die globale Versorgungsproblematik sei nur durch ein nachhaltiges Management zu lösen, eine effektive und konsequente Behandlung von Abwässern und den Erhalt entsprechender Ökosysteme. Außerdem müsse die Bedeutung von Feuchtgebieten und Flüssen besser verstanden und diese dementsprechend geschützt werden.

 

Durch globale Handelsströme seien auch deutsche Unternehmen und Verbraucher unweigerlich mit lokalen Wasserproblemen verbunden, so der WWF. Allein die Produktion eines typischen Fast-Food-Hamburgers verbraucht nach WWF-Angaben demnach etwa 2.500 Liter Wasser. Darin enthalten ist das Wasser zum Anbau des Getreides für die Brötchen und zur Fütterung des Viehs sowie für die Produktion des Salats.

 

„Um Konflikte um Wasserressourcen zu vermeiden, muss die Staatengemeinschaft endlich Pläne und Mechanismen für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung entwickeln“, fordert Wagnitz. Aufgabe von Wirtschaft und Industrie sei es, eigene Risiken besser zu verstehen und sich bei der Entwicklung von Lösungsstrategien zu beteiligen. Vor allem der Agrar-Sektor, der am weltweiten Wasserbedarf einen Anteil von 70 Prozent hat, sei dazu verpflichtet. Immerhin trage die Landwirtschaft durch Pestizide und Dünger maßgeblich zur Verschmutzung bei.

 

Hintergrund

Die Erde ist zu mehr als 70 Prozent von Wasser bedeckt ist, doch gerade mal drei Prozent sind trinkbares Süßwasser und davon sind wiederum nur ein Prozent für die menschliche Nutzung überhaupt erreichbar. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, werden in nur 20 Jahren mindestens 3,5 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der vorausgesagten Weltbevölkerung, in wasserarmen Flusseinzugsgebieten leben. 

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