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Schnappschuss statt Kochtopf

28. November 2014

WWF-Kamerafalle fotografiert Banteng-Herde. / Seltene Wildrinder in Kambodscha durch Wilderei bedroht.

Banteng in Kambodscha © Samorn / WWF
Banteng in Kambodscha © Samorn / WWF

Einer WWF-Kamerafalle im Nordosten Kambodschas ist die spektakuläre Aufnahme einer Banteng-Herde gelungen. Von den seltenen Wildrindern streifen weltweit schätzungsweise nur noch zwischen 5000 und 8000 Tiere durch die Wälder. Innerhalb der vergangen 25 Jahre ist der Gesamtbestand um die Hälfte eingebrochen. Einzelne Populationen gingen gar um 80 Prozent zurück, so der WWF.

 

Der illegale Handel mit den Hörnern und dem Fleisch der Tiere ist nach wie vor ein Problem. „Banteng-Rinder gehören nicht als Delikatesse in den Kochtopf, sondern in den Wald“, fasst Dr. Arnulf Köhncke, WWF-Experte für die Region, zusammen. Auf dem Schwarzmarkt ist Banteng-Fleisch für etwa fünf US-Dollar pro Kilo zu haben, Hörner - Statussymbole einer wachsenden Mittelschicht - gibt es ab 500 US-Dollar. Neben Lebensraumzerstörung und Wilderei sind die Wildrinder auch durch ihre domestizierten Verwandten bedroht. Krankheitserreger und Parasiten von Hausrindern springen immer wieder auf die Populationen über.

 

Trotzdem seien die Aufnahmen, so der WWF, ein weiteres Indiz dafür, dass sich in den kambodschanischen Eastern Plains ein stabiler Bestand etablieren konnte. „Der Kampf gegen Wilderei, flächendeckende Wildtierzählungen und die Einschränkung der Hausrind-Haltung in den Kernzonen der Schutzgebiete zeigen offenbar Wirkung“, freut sich Köhncke, der das seltene Glück hatte einmal einer Banteng-Herde in freier Wildbahn zu begegnen.

 

Die Eastern Plans sind eine Trockenwaldregion in Nord-Ost-Kambodscha, gelten als ökologisches Juwel des Landes und trugen wegen ihrer großen Tierbestände einmal den Spitznamen „Serengeti Asiens“. Heute sind die Tierzahlen jedoch deutlich reduziert. Trotzdem finden sich neben den bedrohten Bantengs noch andere gefährdete Arten wie Malaienbären, Leierhirsche oder Kleideraffen. Doch die schiere Größe der Gebiete – insgesamt mehr als die doppelte Fläche des Saarlands – macht eine effektive Überwachung schwierig und so bleiben illegale Waldrodungen und Wilderei ein Problem. Gleichzeitig bedrohen Edelmetall-Bergbau und Gummibaum-Plantagen das gesamte Ökosystem.

KONTAKT

Roland Gramling

WWf Deutschland 

Pressestelle

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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