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Ölpest mit Ansage

17. April 2015

WWF befürchtet massive Umweltschäden nach Havarie von russischem Trawler vor Kanaren

Symbolbild © iStock / Getty Images
Symbolbild © iStock / Getty Images

Am Dienstag sank der ausgebrannte russische Fischtrawler Oleg Naydenov 25 Kilometer südlich von Gran Canaria. Das Schiff, das bereits durch illegale Fischereiaktivitäten vor Senegals Küste aufgefallen ist, war am Wochenende zuvor vor dem Hafen von Las Palmas  in Brand geraten. Aus Angst vor einer Explosion hatte man sich entschlossen, den brennenden Trawler aufs offene Meer zu schleppen, wo er schließlich vollgetankt mit über 1.400 Tonnen Treibstoff an Bord sank. Jetzt liegt das Wrack in 2.400 Meter Tiefe und an der Oberfläche hat sich bereits ein mehr als 12 Quadratkilometer großer, fetzenartiger Ölteppich gebildet.

Eine verölte Meeresschildkröte (Caretta caretta) wurde bereits geborgen. Der WWF fürchtet, dass sie nicht das letzte Opfer einer Ölpest bleiben wird. „Bei der Entscheidung, das Schiff aus dem Hafen zu schleppen, gaben neben Sicherheitsargumenten wohl wirtschaftliche Gründe den Ausschlag“, kommentiert Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF, das Vorgehen.

Ob die Rechnung allerdings aufgehe sei mehr als fraglich. Die Region ist von der internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) als besonders empfindliches  Seegebiet (PSSA) ausgewiesen. Die Unfallstelle liegt in einem wichtigen Fischereigebiet und nur 25 Kilometer vor dem Strand von Maspalomas, einer der wichtigsten Touristenhochburgen der Inseln.

Die örtlichen Fischer fürchten schon jetzt Einbußen bei der Fischerei auf Schwarmfische wie Sardinen, Thunfische und Makrelen sowie auf Tintenfische, sollte das Öl in die Wassersäule gelangen. „Ein Ölteppich stellt außerdem eine ernste Gefahr für die in der Region vorkommenden Wale dar. Seit Jahren kämpfen Umweltschützer hier für ein Walschutzgebiet “, sagt Lutter.

Bislang treibt das Öl offenbar von der Küste weg. Viel hängt davon ab, wie sich Wind und Wetter entwickeln. Doch auch auf hoher See muss mit erheblichen Schäden gerechnet werden. Der WWF fürchtet, dass auch diese Mal viele Vögel, etwa Sturmschwalben und Sturmtaucher zu den Opfern gehören werden.

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Britta König

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