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Allianz für Schutzgebiete in Paris

05. Dezember 2015

Deklaration auf COP 21: Lateinamerikanische Länder fordern Anerkennung von Naturschutzgebieten / WWF: Zukunft der Tropen entscheidend für Klimaschutz

Anerkennung von Naturschutzgebieten in Lateinamerika © iStock / Getty Images
Anerkennung von Naturschutzgebieten in Lateinamerika © iStock / Getty Images

Paris/Berlin - In Paris haben mehrere lateinamerikanische Länder die Berücksichtigung von Naturschutzgebieten bei den Klimaverhandlungen gefordert. In einer gemeinsamen Deklaration sprachen sich insgesamt 18 Staaten – darunter Brasilien, Chile, Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Peru und Bolivien – dafür aus, den Erhalt und die Ausweisung neuer Schutzgebiete als Ziele in die Klimarahmenkonvention aufzunehmen. Neben der Anerkennung ihrer Anstrengungen fordern die Länder auch technische und finanzielle Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft.

 

Zuspruch erhalten die Staaten vom WWF, der die Deklaration mit initiierte. „Schutzgebiete sind eines der schnellsten und effektivsten Mittel, um Klima und Artenvielfalt zu schützen“, so Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland. „Es ist ein logischer und überfälliger Schritt, sie als Instrumente des Klimaschutzes anzuerkennen.“ Anzahl und Ausdehnung der geschützten Areale müsse weltweit erhöht werden, auch in Deutschland, wo bisher lediglich rund ein Prozent der Fläche von der Nutzung ausgenommen ist. Daneben sei es notwendig, den Schwellen- und Entwicklungsländern bei ihren Anstrengungen unter die Arme zu greifen.

 

Laut WWF stehen bislang rund 13 Prozent der globalen Landfläche unter Schutz. Dies bedeute eine enorme Klimaschutzleistung, die ausgebaut werden müsse. Allein in Tropen sind nach Angaben der Umweltschützer rund 900 Gigatonnen klimawirksamer Treibhausgase gespeichert, was mehr als dem Tausendfachen der jährlichen Emissionen Deutschlands entspricht. Sie besser zu schützen sei eine internationale Aufgabe. Die derzeitige Entwicklung zeige jedoch in eine andere Richtung: Allein für den Amazonas rechnet der WWF bis 2030 mit einem Rückgang des Waldes von bis zu 48 Millionen Hektar, was nahezu der gesamten Fläche Spaniens entspricht. Schiebe man der Entwaldung keinen Riegel vor, sei die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad nicht zu erreichen.

 

Neben der Wirkung für den Klimaschutz hebt die Deklaration weitere Leistungen der Schutzgebiete hervor. Bereits heute bezögen viele Millionen Menschen ihr Trinkwasser aus ihnen. Daneben böten sie Schutz vor Erosion und Fluten und sorgten für die Reinigung von Luft und Wasser. Auch für die Artenvielfalt seien Schutzgebiete von entscheidender Bedeutung, insbesondere auf der Südhalbkugel. Auf einem Hektar Fläche im Amazonas finde man dieselbe Anzahl unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten wie in ganz Deutschland, so der WWF.

 

Das Vorhaben zur Anerkennung von Schutzgebieten der lateinamerikanischen Länder wurde mit der Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums realisiert.

KONTAKT

Immo Fischer

Pressestelle WWF

Tel.: 030 / 311 777 427

immo.fischer(at)wwf.de

Twitter: @ImmoFischer

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