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Dem Zimtstern droht der Klimatod

03. Dezember 2015

WWF-Bericht: Klimawandel verknappt Lebensmittel / Staatengemeinschaft im Zugzwang

Weihnachtsklassiker Zimtstern © iStock / Getty Images
Weihnachtsklassiker Zimtstern © iStock / Getty Images

Haselnüsse sind dieses Jahr erneut knapp und teuer. Für den WWF liefert die Preisentwicklung einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen des Klimawandels auf eine Reihe von Lebensmitteln. Ein aktueller WWF-Bericht zeigt, wie Wetterextreme und veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster in Zukunft häufiger Ernteausfälle verursachen könnten. Bei Nüssen traf es vor allem die Türkei, dem Ursprungsland von 70 Prozent des weltweiten Haselnussangebots: Ein milder Winter ließ die Mandelbäume zu früh erblühen, dann zerstörte im März vergangenen Jahres eine Frostnacht einen Großteil der Ernte. In der Folge verdoppelten sich die Weltmarktpreise. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit fehlte eine wichtige Zutat für Nussplätzchen, Nougat und Zimtsterne. Dieses Jahr kam es erneut zu Ernteeinbußen und Preissteigerungen. Auch Mandeln werden vom Klimawandel nicht verschont. Das Hauptanbaugebiet in Kalifornien leidet seit Jahren unter einer extremen Dürre.

 

„Der Klimawandel wird unser Lebensmittelangebot verändern. Weihnachtsklassiker könnten sich durch zunehmende Ernteausfälle stark verteuern oder zeitweise gar nicht mehr verfügbar sein“, sagt Thilo Pommerening, Referent für Klimaschutz beim WWF Deutschland.

 

Der Klimawandel führt vermehrt zu Extremwetter. Höhere Temperaturen und Hitzewellen fördern in vielen Regionen der Welt die Verdunstung. Das kann in den Monaten ohne Niederschlag zunehmend zu Dürreperioden führen. Daneben ist mit häufigeren und extremeren Starkregen, Stürmen und Überflutungen zu rechnen, was zugleich die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten begünstigt. „All das führt bereits heute zu Ernteausfällen bei vielen Agrarrohstoffen und wird sich zukünftig je nach Ausmaß der Erderwärmung und Anpassungsmöglichkeiten verstärken“, so Thilo Pommerening.

 

In dem Bericht „Die Ruhe vor dem Sturm“ weist der WWF am Beispiel von Kaffee, Bananen, Orangen und Haselnüssen auf die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensmittelproduktion hin. So könnten beispielsweise bis 2050, bedingt durch den Klimawandel rund 50 Prozent der weltweit für den Kaffeeanbau geeigneten Gebiete verloren gehen. Um die immer deutlicheren Folgen des Klimawandels beherrschbar zu halten, fordert der WWF die Staatengemeinschaft auf, die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren und nachhaltige Hilfe für Anbauländer breitzustellen.

KONTAKT

Julia Thiemann

Pressestelle WWF

Tel. 030-311 777 462

julia.thiemann@wwf.de

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