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Annus horribilis für Nashörner

22. Januar 2015

Neuer Wildereirekord: 2014 wurden in Südafrika 1215 Nashörner getötet

Breitmaulnashörner © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK
Breitmaulnashörner © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK

Der dramatische Anstieg der Nashornwilderei setzte sich auch 2014 fort. In Südafrika wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1215 Breit- und Spitzmaulnashörner gewildert. Das ist ein Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit dem Jahr 2007, in dem nur 13 Tiere gewildert wurden, steigen die Zahlen exponentiell an. Besonders schlimm ist die Situation im berühmten Krüger Nationalpark, wo in den vergangenen zwölf Monaten über 827 Tiere getötet wurden. Häufig kommen die Wilderer über die offene Grenze aus dem armen Nachbarland Mosambik, wo die Tiere durch Wilderei mittlerweile ausgestorben sind.

 

„Die Nashorn-Wilderei breitet sich wie ein Flächenbrand immer weiter im südlichen Afrika aus. Auch bisher sichere Nashornländer wie Namibia sind zunehmend von Wilderei betroffen. Gelingt es uns nicht, die Nachfrage zu zügeln und die Wilderei einzudämmen, könnten Nashörner in wenigen Jahrzehnten fast nur noch in Zoos zu erleben sein“, sagt Dr. Arnulf Köhncke, Artenschutz-Experte beim WWF Deutschland. Neben den erwachsenen Tieren werden Nashornkälber oft indirekte Opfer der Wilderei. Nachdem die Muttertiere wegen ihres Horns getötet wurden, können die Jungtiere alleine meist nicht überleben.

 

Um die Tiere aus der Schusslinie zu bringen, haben Naturschützer des Krüger Nationalparks begonnen, einzelne Nashörner in weniger gefährliche Regionen des Parks umzusiedeln. Zusätzlich wurde eine Sonderschutzzone für die Tiere im Park eingerichtet, die etwa ein Viertel des Parks ausmacht und besonders stark überwacht wird. Nashörner wurden auch in andere Nationalparks und Reservate transportiert, weitere Umsiedlungen sollen 2015 folgen.

 

In Südafrika leben über 80 Prozent aller afrikanischen Nashörner. Die afrikanischen Bestände werden derzeit auf etwa 20.405 Breitmaul- und 5.055 Spitzmaulnashörner geschätzt. Zunächst war die Zahl der Nashörner in Afrika seit den 1990er Jahren aufgrund verbesserter Schutzbedingungen deutlich angestiegen, aber mittlerweile hat die Wilderei zu einem deutlichen Rückgang dieses Populationswachstums geführt. Nashorn gilt vor allem in Vietnam als Luxusgut, dessen Konsum angeblich Krankheiten heilen kann, das aber auch als Stärkungsmittel vor Alkoholexzessen genommen wird. Inzwischen wird es vermutlich sogar als Wertanlage genutzt.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777 467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

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