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WWF-Bilanz 2014: Der Einsatz lohnt

29. Januar 2015

WWF Deutschland legt Jahresbericht 2014 vor

Tiger © Thorsten Milse / wildlifephotography.de / WWF
Tiger © Thorsten Milse / wildlifephotography.de / WWF

2014 war für den WWF Deutschland ein Jahr mit vielen positiven Entwicklungen: „Die Anzahl der seltenen Leoparden am Amur stieg wieder an und die Sibirischen Tiger konnten sich nach China ausbreiten. Eine fliegende Froschart wurde vom WWF im vietnamesischen Regenwald entdeckt und der Wolf ist wieder heimisch in Deutschland“, beschreibt Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF, einige Erfolge aus den zurückliegenden Monaten. Brandes betont: „Das Jahr hat wieder einmal gezeigt: „Wenn Lebensräume effektiv geschützt werden, haben bedrohte Tiere und Pflanzen eine reale Überlebenschance.“

 

Doch gerade der Schutz von einmaligen Lebensräumen brauche einen langen Atem. Der WWF Deutschland hat sich im vergangenen Jahr besonders für den afrikanische Nationalpark Virunga – die bedrohte Heimat der Berggorillas – engagiert, um den Park vor dem Zugriff eines britischen Erdölkonzerns zu schützen. Mit Erfolg: Im Juni 2014 kündigte das Unternehmen seinen Rückzug an. Über 750.000 Menschen aus der ganzen Welt hatten sich gegen die Ölbohrungen stark gemacht. Das war ein wichtiger Teilerfolg. Die Aufgabe des WWF ist damit jedoch nicht beendet. So lange die Regierung der Demokratischen Republik Kongo die mit dem Park überlappenden Ölkonzessionen nicht generell zurückzieht, schwebt ein Damoklesschwert über dem Naturparadies von höchster internationaler Bedeutung.

 

Auch in anderen Teilen der Welt bleiben die Herausforderungen gigantisch. In Deutschland hatte der WWF großen Anteil daran, dass die Deutsche Bank vorerst von weiteren Investitionen in Kohlehäfen am australischen UNESCO-Weltnaturerbe Great Barrier Reef absieht. Nach der Entscheidung distanzierten sich weitere internationale Großbanken von dem Projekt. Gerettet ist das Great Barrier Reef damit noch nicht. Der WWF kündigte an, international dran zu bleiben, um solche wahnwitzigen Vorhaben zu verhindern und dafür zu kämpfen, dass das Weltnaturerbe geschützt bleibt.

 

„Trotz vieler Mut machender Erfolge stellen wir fest, dass die Menschen in Deutschland dramatisch über ihre Verhältnisse leben und den Kindern die natürlichen Lebensgrundlagen entziehen“ heißt es im Jahresbericht. Der vom WWF 2014 vorgelegte „Living Planet Report“ belegt: Die Menschheit verbraucht über die Hälfte mehr an Ressourcen, als die Erde regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Die Folgen sind Hungersnöte, Artensterben und extreme Wetterkatastrophen. Hier seien alle persönlich gefordert, ihren Lebensstil und das Konsumverhalten zu ändern. Im laufenden Jahr will der WWF die Menschen mit einer Kampagne zu den ökologischen Auswirkungen unserer Ernährungsweise sensibilisieren.

 

Im Fokus steht für den WWF 2015 zudem die konstruktive Begleitung der Energiewende in Deutschland. „Eine nachhaltige Energieversorgung ist längst kein nationales Phänomen mehr. Die Aktivitäten in Deutschland werden international beachtet. Vor dem Hintergrund der anstehenden Klimaverhandlungen in Paris müssen wir klar machen, dass eine nachhaltige Energieversorgung machbar ist und dem Land Wettbewerbsvorteile verschafft“, skizziert Eberhard Brandes die anstehenden Herausforderungen. Internationale wolle man sich verstärkt für den Schutz des Amazonas einsetzen. Hier sind es insbesondere die geplanten Megastaudämme, die den Naturschützern Sorgen bereiten. Die Bedeutung des größten Regenwaldblocks der Erde für die Biodiversität und für das Weltklima müsse noch viel stärker thematisiert werden.

 

Die finanzielle Basis für die Naturschutzarbeit des WWF war im zurückliegenden Geschäftsjahr stabil. Dem jetzt vorgelegten Jahresbericht zufolge stieg die Zahl der Förderer auf zuletzt 458.000 Unterstützer. Sie trugen mit ihren Spenden den Löwenanteil zu den Einnahmen der Umweltstiftung bei, die sich auf hohem Niveau bei 62, 6 Millionen Euro stabilisiert haben. Im Vergleich zum Vorjahr weist die WWF-Bilanz knapp 1,6 Millionen Euro weniger aus als zuletzt. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Einnahmen 2013 durch hohe Erbschaften auf noch höherem Niveau lagen.

 

 

Der WWF legt seinen Jahresbericht mit Videos und zusätzlichen Fotostrecken in der neuen App „WWF Wissen“ vor.

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