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Tigerwald statt Akazienplantage

31. Juli 2015

Neue Naturschutzkonzession in Indonesien. / WWF: Menschen vor Ort am Schutzprojekt beteiligen

Sumatra-Tiger © WWF
Sumatra-Tiger © WWF

Das indonesische Forstministerium gibt grünes Licht für eine auf 95 Jahre angelegte Naturschutzkonzession in Zentralsumatra. Zukünftig soll ein knapp 39.000 Hektar großes Regenwaldgebiet unter Beteiligung des WWF und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) geschützt und  in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung nachhaltig genutzt werden. Damit ist ein Areal von der eineinhalbfachen Größe des Nationalparks Bayerischer Wald vor dem Zugriff der Papierindustrie geschützt, die es in eine gigantische Akazienplantage hatte umwandeln wollen. In der Region leben zahlreiche bedrohte Arten wie Orang-Utans, Sumatratiger und -elefanten. Die nun erteilte Lizenz beurteilte der WWF in einer ersten Stellungnahme als „großen Erfolg für den Naturschutz und wichtigen Schritt für den Erhalt des grünen Herzens Sumatras“.

 

Dem Beschluss war ein jahrelanges Ringen mit der Papierindustrie vorausgegangen. Der öffentliche Druck durch Kampagnen von WWF oder Greenpeace führte schließlich zu einem Umlenken  im Management der beiden größten Papierhersteller Asiens (Asia Pulp & Paper/APP und Asia Pacific Resources International Limited/). Ihr freiwilliges Moratorium zum Stopp der Umwandlung von Naturwald in Plantagen ebnete nun den Weg für die Naturschutzkonzession.

 

„Nur wenn die Menschen vor Ort eine Perspektive haben, können Tiger und andere bedrohte Arten langfristig überleben“, erklärt Carola Wehr, WWF-Referentin Indonesien und Malaysia, „Erfolgreicher, großflächiger Naturschutz  muss die Menschen vor Ort einbinden und ihnen eine nachhaltige Nutzung ökologischer Ressourcen ermöglichen.“  Dementsprechend wird die Konzession zukünftig durch eine extra zu diesem Zweck gegründete Non-Profit-Firma verwaltet. Eine deren Hauptaufgaben wird es sein, partizipative, schonende und nachhaltige Waldnutzungspläne für die lokale Bevölkerung zu entwickeln.

 

Mehr als fünf Jahre lang haben sich WWF und ZGF dafür eingesetzt, das Management-Recht für zwei Forstkonzessionsblöcke angrenzend an den Bukit Tigapuluh Nationalpark zu erhalten. Den Aufbau der Konzession finanziert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) über die KfW Entwicklungsbank mit knapp 3,6 Millionen Euro. 

WEITERE INFORMATIONEN

KONTAKT

Roland Gramling
Pressestelle WWF Deutschland
030 311 777 425
roland.gramling(at)wwf.de

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