Content Section

Meeresschutz zahlt sich auch wirtschaftlich aus

04. Juni 2015

WWF: „Meeresschutzgebiete könnten weltweit bis zu 920 Milliarden Dollar Gewinn erbringen“

Nordsee © Hans-Ulrich Rösner / WWF
Nordsee © Hans-Ulrich Rösner / WWF

Hamburg: Die Erweiterung von Meeresschutzgebieten würde sich auch wirtschaftlich auszahlen, wie eine vom WWF beauftragte Studie darlegt. Danach könnte verstärkter Meeresschutz weltweit einen Nettogewinn zwischen 490 und 920 Milliarden US-Dollar im Zeitraum von 2015 bis 2050 erzielen.  Der Zuwachs an Arbeitsplätzen, marinen Ressourcen und Ökosystem-Dienstleistungen würde die Kosten für Einrichtung und Erhalt der Gebiete übertreffen.

„Für jeden Euro der in Meeresschutzgebiete investiert wird, sind mindestens drei Euro Rendite in Form von Arbeitsplätzen, Küstenschutz oder Fischereierträgen zu erwarten. Meere schützen ist fast wie ein Konto bei der Bank eröffnen. Es ist erwiesen, dass die Natur von gut geführten Meeresschutzgebieten profitiert, die wirtschaftliche Analyse zeigt nun, dass es auch rentabel ist“, sagt Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF und fordert, dass Regierungen, die den Ausbau der „Blue Economy“ vorantreiben, Meeresschutz gleichermaßen berücksichtigen. Politische Weichenstellung müsse auch erfolgen beim  kommenden G7-Gipfel, bei dem es auch um Tiefseebergbau und den Schutz der Hohen See gehen wird sowie über die Nachhaltigen Entwicklungsziele  der Vereinten Nationen im Rahmen der Post-2015 Agenda, die im September festgelegt werden.

 

Weniger als vier Prozent der Weltmeere stehen derzeit unter Schutz. Das vereinbarte Ziel der Staatengemeinschaft sieht vor, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Ozeans als Schutzgebiete auszuweisen. Wissenschaftler und auch der WWF empfehlen, diesen Anteil bis 2030 auf insgesamt 30 Prozent zu erhöhen.  Die vom WWF beauftragte Studie modelliert die Ausweitung der Schutzgebiete sowohl auf 10 als auch 30 Prozent der globalen Meeresfläche.

 

Viele der bereits bestehenden Meeresschutzgebiete existieren nur auf dem Papier, weil es an der praktischen Umsetzung hapert und es kein Schutzgebietsmanagement oder Kontrollen gibt. In den deutschen Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee beispielsweise darf jeder Quadratkilometer befischt werden, weil bisher keine Beschränkungen für die Fischerei erlassen wurden. Positive Fallbeispiele der Studie beleuchten, wie Menschen von gut geführten Meeresschutzgebieten im Mittelmeerraum, im Korallendreieck des Indischen Ozeans, vor Madagaskar oder den Fidji-Inseln profitieren.

 

Zu den größten Bedrohungen der Meere zählen Überfischung, Verschmutzung und die Zerstörung von Lebensräumen.  Erwärmung und Versauerung der Meere, die mit dem Klimawandel einhergehen, verursachen erhebliche Schäden an Korallenriffen und anderen marinen Ökosystemen. Gut gemanagte Meeresschutzgebiete, die Arten und Lebensräume effektiv schützen, verbessern die Widerstandskraft des Ozeans gegen Effekte des Klimawandels. Wenn Meeresschutzgebiete mit einem nachhaltigen Fischereimanagement und reduzierter Verschmutzung gekoppelt werden, ist das ein starkes Fundament für gesunde marine Ökosysteme sowie eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

WEITERE INFORMATIONEN

KONTAKT

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

 

 

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken