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G7: Reiche Länder – arme Natur

22. Mai 2015

WWF: G7-Rechenschaftsbericht beschönigt eigene Anstrengungen zum Schutz der Natur

Schmetterling © iStock / Getty Images
Schmetterling © iStock / Getty Images

Berlin - Der heute veröffentlichte Rechenschaftsbericht zur Biodiversität der G 7-Staaten zeichnet ein zu rosiges Bild des Engagements der sieben reichsten Länder der Erde, bemängelt der WWF. „Der Bericht skizziert zwar ein realistisches Bild der Bedrohung des Planeten. Allerdings sind die bisherigen politischen Maßnahmen und die Investitionen in den Erhalt des Naturkapitals armselig. Wäre der Planet eine Bank, hätten die G 7 schon lange Milliarden in die Rettung gepumpt“, so Günter Mitlacher, Leiter Biodiversitätspolitik beim WWF Deutschland.

Die reichen Länder lebten über ihre Verhältnisse auf Kosten der Natur. Das könne auf Dauer nicht gut gehen. Der Living Planet Report des WWF rechnet vor, dass z.B. der ökologische Fußabdruck Deutschlands mehr als doppelt so groß ist wie die Kapazität seiner Ökosysteme. In den anderen G7 Ländern sehe es ähnlich aus: Der Naturverbrauch in den USA übersteige die Reproduktionsrate sogar um ein Vierfaches.

„Es geht nicht allein um den Schutz faszinierender Tiere und Pflanzen, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen und letztlich um das Überleben vieler Menschen“, betont Günter Mitlacher. Die Natur bilde die Grundlage alles Lebens und damit die Basis unserer Wirtschaft. Ob es um die Säuberung von Böden und Wasser oder die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane gehe, die Natur erbringe Jahr für Jahr gigantische Leistungen. Fruchtbare Böden seien die Grundlage für die Landwirtschaft, gesunde Fischbestände sichern die Proteinversorgung von Millionen Menschen. Der WWF fordert, dass die Interessen der Natur bei den Entscheidungen der G 7 viel stärker berücksichtigt werden. Im Grunde müsste die Natur beim kommenden Gipfel in Elmau mit am Tisch sitzen. Sie hat die größte Wirtschaftskraft. Der Wert der Ökosystemleistungen wird auf 125 Billionen Euro pro Jahr geschätzt. Das ist mindestens das Vierfache des Bruttosozialprodukts der G7 Staaten.

Die G 7 haben in den vergangenen fünf Jahren ihre finanzielle Unterstützung für den Ökosystemschutz in Entwicklungsländern auf etwa 1,5 Milliarden Euro verdoppelt. Der WWF erkennt diese Bemühungen an, aber im Vergleich zur Wirtschaftsleistung der Länder sei diese Summe dennoch eine Marginalie. Deutschland stellt derzeit jährlich 500 Millionen Euro für den globalen Biodiversitätsschutz zur Verfügung, das entspricht 0,15 Prozent des Bundeshaushalts.

WEITERE INFORMATIONEN

KONTAKT

Jörn Ehlers

Pressestelle WWF

Tel. 030-311 777 422

joern.ehlers(at)wwf.de

KONTAKT

Günter Mitlacher

WWF Deutschland

Tel. 030-311 777 200

guenter.mitlacher(at)wwf.de

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