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Russlands Tiger auf dem Vormarsch

28. Mai 2015

Bestandszahlen von Amur-Tiger auf 75-Jahres-Hoch

Amur-Tiger in der Kamerafalle © Ussuriisky Nature Reserve
Amur-Tiger in der Kamerafalle © Ussuriisky Nature Reserve

Berlin/Wladiwostok: Die Amur-Tiger im Fernen Osten Russlands haben sich deutlich erholt. Wie der WWF mitteilte, ist der Bestand der bedrohten Großkatzen aus der Amur-Region in den vergangenen zehn Jahren auf rund 510 Tiere gewachsen. Bei der vorherigen Zählung in 2005 wurden noch knapp 60 Exemplare weniger gezählt. „Nie zuvor in den vergangenen 75 Jahren gab es so viele Amur-Tiger. Das Ergebnis ist eine tolle Nachricht für alle Tigerfreunde“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Den Erfolg führen die Umweltschützer vor allem auf den verbesserten Schutz des Tiger-Lebensraumes und eine effektivere Strafverfolgung von Wilderern zurück. Auch die Eindämmung illegaler Jagd auf Huftiere – eine wichtige Nahrungsquelle für die Großkatzen – spiele eine Rolle.

 

„Unsere Schutzbemühungen haben gefruchtet“, so Eberhard Brandes weiter. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, hat der Amur-Tiger eine gute Zukunft vor sich.“ Auch angesichts der rund 110 gezählten Jungtiere zeigen sich die Umweltschützer zuversichtlich. Für ein verlässliches Bild der aktuellen Bestandszahlen habe sich der Tiger-Zensus auf eine Fläche von 150.000 Quadratkilometern erstreckt, nahezu der halben Fläche Deutschlands. Rund 2.000 Spezialisten, unter anderem des russischen Umweltministeriums und des WWF, durchkämmten wochenlang das Verbreitungsgebiet der größten lebenden Katze der Welt, analysierten Fußspuren und Kamerafallen. „Das Ergebnis zeigt uns, dass Umweltzerstörung und das Aussterben vieler Arten kein unabwendbares Schicksal sind. Es liegt in unserer Hand“, sagt Eberhard Brandes.

 

Die Erfolge beim Tigerschutz wären ohne den Erhalt seiner Lebensräume nicht denkbar: „Der Tiger steht stellvertretend für ein ganzes Ökosystem. Steigende Tigerzahlen sind ein starkes Indiz für eine intakte Umwelt“, erläutert Eberhard Brandes. Die Veröffentlichung des Tiger-Zensus ist bereits die zweite gute Nachricht für den Artenschutz aus dem Russischen Fernen Osten in diesem Jahr. Schon im Februar konnte ein Anstieg des Bestandes der noch selteneren Amur-Leoparden verzeichnet werden. Zusammen mit seinen Artgenossen in China erhöhte sich die Gesamtpopulation auf rund 70 Exemplare. Der Amur-Leopard zählt nach WWF-Angaben damit immer noch zu den seltensten Säugetieren der Welt.

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Immo Fischer

WWF Pressestelle

Tel. 030-311 777 427

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