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Die im Dunkeln fischen

20. November 2015

Zum Weltfischereitag: WWF warnt vor illegaler Fischerei

Fischerei © Martin Harvey / WWF
Fischerei © Martin Harvey / WWF

Anlässlich des morgigen Weltfischereitags warnt der WWF vor den Schäden, die illegale,  unregulierte und undokumentierte  Fischerei in Weltmeeren und Küstengemeinden anrichtet. „Piratenfischerei durchzieht die Meere und den Markt. Etwa jeder fünfte Fisch weltweit stammt aus illegalem Fang“, verdeutlicht Karoline Schacht, Fischereiexpertin des  WWF die Dimension der marinen Wilderei. Mit Verkauf des illegal gefangenen Fisches werden nach Schätzungen weltweit   bis zu 19 Milliarden Dollar pro Jahr erzielt. Ein großer Anteil an diesem finanziellen Schaden geht zulasten der Entwicklungsländer. Denn neben der Fischerei auf hochpreisige Fische wie Schwertfisch oder Thunfisch sind von illegaler Fischerei insbesondere Küstenstaaten betroffen, die das Meer vor ihrer Haustür nicht kontrollieren können. Illegale Fischerei grassiert beispielsweise vor Westafrika sowie vor den Küsten Thailands und Indonesiens. Gerade in Ländern, wo viele Menschen direkt von der Küstenfischerei abhängig sind, gefährdet das Plündern der Fischbestände Nahrungsquellen, Einkommen und Arbeitsplätze. Kleine Küstenfischer können nicht mit den Top-Trawlern aus China, Taiwan oder der EU konkurrieren. Schon gar nicht, wenn die großen Fangschiffe illegal in Gebieten operieren, die eigentlich für lokale Kleinfischer reserviert sind“, so Schacht. Fischerei, die sich nicht an Lizenzen, Höchstfangmengen und Schutzzonen hält und nicht registriert ist, unterläuft den Kampf gegen Überfischung, weil sie Fischbestände zu stark plündert und Bestandsdaten verfälscht.

 

Wer gern Fisch isst, sollte daher laut WWF auf Produkte aus nachhaltigen Quellen setzen. Das gilt insbesondere in der EU, die der weltgrößte Importmarkt für Fisch ist. „Verbraucher haben keine Möglichkeit zu erkennen, ob ihr Fisch legal gefangen wurde. Zertifizierte Ware bietet dafür die größte Sicherheit, weil der Fisch bis zum Schiff zurückzuverfolgen ist“, so Fischereiexpertin Schacht. Auch regionale Angebote wie Nordseehering und sowie Dorsch und Sprotte aus der Ostsee empfiehlt der WWF. Eine grundsätzliche Orientierung an der Fischtheke bieten die Umweltsiegel von MSC für Wildfisch sowie Naturland, Bioland und das ASC-Siegel für Produkte aus verantwortungsvoller  Aquakultur.

Die größte Verantwortung bei der Lösung dieses Problems kommt nach WWF Ansicht der Politik zu.  „Die EU hat zwar eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze gegen illegale Fischerei, aber bei der Umsetzung klaffen Lücken. In Deutschland laufen jährlich 60.000 Fangzertifikate auf, die von nur fünf Beamten kontrolliert werden. So lässt sich die Einfuhr von illegalem Fisch nicht wirksam verhindern“, kritisiert Fischereiexpertin  Schacht.  Der WWF fordert die Bundesregierung auf, die Ressourcen der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (BLE)  aufzustocken und sich auf EU-Ebene für ein elektronisches Kontrollsystem einzusetzen. Bislang verlangt die EU Fangzertifikate auf Papier.

KONTAKT

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

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