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Endspurt zum Klimaabkommen

27. November 2015

UN-Klimakonferenz muss Ausgangspunkt für weltweite Energiewende werden

COP in Paris © Saxoprint
COP in Paris © Saxoprint

Am kommenden Montag beginnt die 21. UN-Weltklimakonferenz in Paris.  Es soll dort ein Weltklimaabkommen abgeschlossen werden, der ab 2020 gilt und von allen Staaten getragen wird.  Die globale Erwärmung soll auf unter 2 Grad Celsius begrenzt werden. „Es ist ein Lauf gegen die Zeit. In Paris soll gelingen, was in Kopenhagen im Jahr 2009 scheiterte. Der Wille, ein Abkommen zu erzielen ist bei vielen Staaten erkennbar, aber einige kritische Punkte sind weiter offen. Daran muss mit Hochdruck gearbeitet werden“, sagt Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klimaschutz beim WWF Deutschland.

 

„Unsere Generation bestimmt, wie schnell die Gletscher und Pole zukünftig schmelzen, wie stark extreme Wetterereignisse zuschlagen und wie stark der Meeresspiegel steigt. Wir diktieren auf ganz neue Weise die Lebensbedingungen unserer Kinder und Enkel. Genau deshalb brauchen wir einen Erfolg in Paris.  Gelingt es nicht den Klimawandel in den Griff zu bekommen, droht die Welt, aus den Fugen zu geraten,“ so Günther. Dazu gelte es, ein Abkommen zu beschließen, dass ein stabiles Grundgerüst schaffe. In den folgenden Jahren müssten die Klimaschutzanstrengungen dann kontinuierlich ausgebaut werden.

 

Wichtiges Element eines Abkommens sei ein Langfristziel für eine dekarbonisierte Welt. Damit müsse der Transformationsprozess zu einem Wirtschaftssystem, das ohne Kohle, Öl und Gas auskomme, vorangetrieben werden. Paris müsse einen sogenannten Ambitionsmechanismus verabschieden, der in kurzen Intervallen stetig höhere Emissionsminderungen durchsetze und zugleich müsse Transparenz bei der Überprüfung der Klimaziele der einzelnen Länder geschaffen werden.

 

Trotz der bisherigen Vorarbeit der Staaten würde das 2 Grad Limit mit den derzeitigen Klimaschutzbeiträgen der Staaten verfehlt. Die Welt steuere derzeit auf 3 Grad globaler Erwärmung zu. Aus wissenschaftlicher Sicht sei aber sogar eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad nötig, wolle man das Überleben vieler Gemeinschaften, Ökosysteme, Korallenriffe und pazifischen Inselstaaten zu ermöglichen.

 

Arme Länder bräuchten darum massive finanzielle Unterstützung beim Weg in eine kohlenstofffreie Wirtschaftsweise, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Kompensation von bereits erlittenen Klimaschäden.

 

Vor dem Inkrafttreten des geplanten Abkommens im Jahr 2020 müssen dringend weitere Maßnahmen vorangetrieben werden, um die Welt weiter auf Kurs zu bringen und die wissenschaftlichen Tatsachen mit dem politischen Handeln in Einklang zu bringen.

 

„Für Deutschland heißt das, dass der Kohleausstieg  bis 2035 schnellstmöglich auf den Weg gebracht wird", so Günther. Der jüngste Vorstoß von Umweltministerin Barbara Hendricks noch in dieser Legislaturperiode einen Konsens über ein Ende der Kohleverstromung in Deutschland in 20 bis 25 Jahren zu erzielen, sieht der WWF als Signal des Aufbruchs. Nun käme es darauf an, dass Wirtschaftsminister Gabriel und Bundeskanzlerin Merkel der Ministerin durch Ankündigung konkreter Schritte den Rücken stärkten. Paris böte dazu die ideale Plattform.