Flughunde vor Absturz

Mauritius tötet tausende gefährdeter Maskaren-Flughunde / WWF kritisiert Vorgehen als irrational

Maskaren-Flughund © Jacques de Speville
Maskaren-Flughund © Jacques de Speville

Nairobi/Kenia, Berlin - Im Inselstaat Mauritius haben Polizei und Militär mit der Tötung tausender Flughunde begonnen. Rund 18.000 der als gefährdet geltenden Maskaren-Flughunde (Pteropus niger) sollen in den kommenden Wochen erschossen werden. Die Regierung begründet das Vorgehen mit Schäden im Obstanbau. Die Tiere würden sich im großen Stil über die Mangobäume hermachen. Der WWF kritisiert die Maßnahme als irrational. „Die Verluste beim Mangoanbau gehen nur zu einem geringen Anteil auf die Flughunde zurück. Das Töten der Tiere bringt die Art an den Abgrund und hilft den Obstbauern nicht“, sagt Philipp Goeltenboth vom WWF Deutschland.

 

„Das Vorgehen der Regierung basiert auf komplett falschen Annahmen“, so Goeltenboth weiter. Lediglich zwischen drei und elf Prozent der Schäden bei der Mangoernte gingen auf die Flughunde zurück. Dies hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben. Deutlich höhere Verluste gebe es durch schlechtes Management auf den Plantagen, durch eine zu späte Ernte sowie durch Stürme. „Die Flughunde müssen als Sündenböcke herhalten. Wer den Obstbauern helfen will, sollte sie bei einer effektiveren Ernte unterstützen.“

 

Nach Angaben des WWF leben noch rund 50.000 Maskaren-Flughunde in Mauritius und damit deutlich weniger als die 90.000 Exemplare, die die Regierung angibt. Sollten die Pläne realisiert werden, würden damit fast 40 Prozent des Bestandes ausgelöscht. Die Maskaren-Flughunde sind ausschließlich auf den Inseln von Mauritius zuhause und auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Kontakt

WWF Presse-Team