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Leichenblasse Korallenriffe

09. Oktober 2015

Dritte globale Korallenbleiche bestätigt / WWF: „ Klimaschutz ist auch Riffschutz“

Korallenriff © Cat Holloway / WWF
Korallenriff © Cat Holloway / WWF

Eine erneute, weltweite Korallenbleiche ist im Gange und könnte bis zum Jahresende schon 38 Prozent der globalen Korallenriffe betreffen, 12.000 Quadratkilometer Korallen  könnten dabei absterben, wie Wissenschaftler jetzt offiziell bestätigten. Damit bewahrheiten sich Befürchtungen von Forschern und Umweltschützern.  „Diese  massenhafte Korallenbleiche  in den Weltmeeren ist ein unübersehbares  Kennzeichen des Klimawandels. Auslöser ist die Erwärmung der Ozeane, befeuert von einem starken El Nino- Phänomen“, sagt Philipp  Kanstinger von WWF. Eine globale Korallenbleiche, die den Pazifischen, Indischen und Atlantischen Ozean großflächig erfasst,  ereignet sich - nach 1998 und 2010-  zum dritten Mal überhaupt.  Nach Angaben der amerikanischen Behörde NOAA begann die aktuelle Korallenbleiche bereits 2014  im Nordpazifik und breitete sich in diesem Jahr auf den Südpazifik und den Indischen Ozean aus. „Der massive Verlust von Korallenriffen ist dramatisch, sie gehören zu den ältesten und artenreichsten Lebensräumen der Welt. Von diesen Kinderstuben der Meere sind auch wichtige Fischereien und  der Tourismus abhängig.“ Korallenriffe sichern den Lebensunterhalt von etwa 500 Millionen Menschen, ihr wirtschaftlicher Wert entspricht etwa 30 Milliarden US-Dollar. Ein Viertel aller marinen Arten lebt an Korallenriffen, obwohl diese nur 0,1 Prozent des Meeresbodens bedecken.

 

Ausgelöst wird das Phänomen der Korallenbleiche  durch steigende Temperaturen in den Ozeanen, die etwa 90 Prozent der globalen Erwärmung schlucken. Unter dem Stress des Temperaturanstiegs stoßen die Korallenpolypen die farbigen Algen ab, die Korallen mit Energie versorgen. Ohne den Symbiosepartner werden die weißen Skelette der Korallen sichtbar. Halten die erhöhten Temperaturen einige Wochen an, sterben die Korallen abgeschnitten von der Energiezufuhr massenhaft ab.

 

„Wenn sich die globale Erwärmung wie bisher fortsetzt, werden die Ozeane schon 2050 so warm sein, dass ein Verlust nahezu aller Korallen droht. Wirksamer Klimaschutz kann auch Korallenriffe, die Oasen der Ozeane, retten“, so Philipp Kanstiger vom WWF. Denn die ebenfalls Klimawandel-getriebene Versauerung der Ozeane erschwert zusätzlich die Bildung von kalkhaltigen Strukturen und damit auch die Erholung von Korallenriffen. Neben einem wirksamen Klimaschutzabkommen können regionale Mittel wie Meeresschutzgebiete, reduzierter Düngemitteleintrag und eine gedrosselte Fischerei Schutz und Erholung der Korallenriffe unterstützen.

WEITERE INFORMATIONEN

KONTAKT

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

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