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Komplizen der Waldzerstörung

23. September 2015

WWF fordert, Gesetzeslücken in EU-Holzhandelsverordnung zu schließen

Ende des fossilen Zeitalters © iStock / Getty Images
Ende des fossilen Zeitalters © iStock / Getty Images

Die Europäer sind sich zum Großteil nicht bewusst, dass in der EU noch immer mit illegalen Holzprodukten gehandelt wird. Konfrontiert man sie mit dieser unbequemen Wahrheit, fordern die meisten mehr Transparenz. Eine aktuelle WWF-Umfrage in neun EU Ländern ergab, dass sich 85 Prozent der Konsumenten für strengere Gesetze aussprechen, die die legale Herkunft von Holzprodukten garantieren.

 

Im März 2013 trat die die Holzhandelsverordnung (EUTR) in Kraft, die für mehr Transparenz sorgen sollte. Die Regelung enthält jedoch zahlreiche Schlupflöcher und erfasst nur etwa die Hälfte der importierten Holzprodukte. Noch immer ist die Herkunft von vielen Möbeln, Spielzeugen und Papier weitgehend unklar. Ein großer Teil stammt aus Raubbau aus tropischen oder borrealen Wäldern. „WWF-Marktchecks haben gezeigt, dass immer noch zu vielen Alltagsartikel, von Büchern, Gartenmöbeln bis hin zu Musikinstrumenten falsch oder nicht deklarierte Hölzer enthalten“, beschreibt Johannes Zahnen, Referent für Waldwirtschaft beim WWF Deutschland, die Situation.

 

Vielen Händlern ist die Problematik durchaus bewusst. 63 Firmen und sieben Verbände, darunter Holzhändler, Möbelfabrikanten und Einzelhändler sprechen sich in einer vom WWF initiierten Erklärung http://bit.ly/1LNlC7s an die EU-Kommission dafür aus, den Kampf gegen illegales Holz durch klarere Regeln zu verschärfen. Sie fordern zudem ausreichende Finanzmittel zur Durchsetzung der Richtlinie in der gesamten EU. Eine einheitliche Auslegung der Verordnung müsse in allen EU-Staaten gewährleistet werden.

 

Der Zeitpunkt der Initiative ist günstig, denn gegenwärtig überprüft Europäische Kommission ihre Holzhandelsrichtlinie. Eine Überarbeitung ist geplant. Der WWF tritt dafür ein, die EUTR zu einem wirksamen Instrument weiterzuentwickeln. „Damit aus einer gut gemeinten EU-Verordnung ein Instrument mit Biss wird, müssen die Schlupflöcher jetzt gestopft werden. Illegal importiertes Holz darf nicht mehr in unseren Möbeln und Büchern landen“, so Johannes Zahnen.

KONTAKT

Johannes Zahnen

Fachbereich Biodiversität

Tel.: 0151 18854-952

johannes.zahnen(at)wwf.de

 

Jörn Ehlers, Pressestelle 

Tel.: 030-311 777 422

joern.ehlers(at)wwf.de

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