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Mal eben kurz die Welt retten

25. September 2015

WWF lobt ambitionierte Entwicklungsziele der Vereinten Nationen / Auch Deutschland ist jetzt Entwicklungsland

Umwelt- und Entwicklungsziele nicht länger getrennt voneinander verfolgen © Colin Winter / Neals Yard Remedies
Umwelt- und Entwicklungsziele nicht länger getrennt voneinander verfolgen © Colin Winter / Neals Yard Remedies

New York, Berlin  – Heute haben die Vereinten Nationen auf ihrem Gipfel in New York die „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Kernstück sind die Nachhaltigen Entwicklungsziele, die sogenannten „Sustainable Development Goals (SDGs)“. Hier sind 17 Ziele und 169 Unterziele formuliert, die die Weltgemeinschaft bis 2030 erreichen will. „Der Weg, diese Ziele zu erreichen, wird sicher nicht leicht, aber er ist alternativlos. Nur so können wir einen lebendigen Planeten für uns und unsere Kinder erhalten“, betont Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. Der Beschluss verpflichtet alle Länder die getroffenen Vereinbarungen in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich umzusetzen. Das Spektrum der Aufgaben reicht von Armutsbekämpf- ung über Ernährungssicherheit bis hin zu Umweltschutz an Land und in den Meeren. Vorgaben zu wirtschaftlicher Entwicklung wurden ebenso formuliert wie zu Konsum, Bildung und Gleichheit. Der WWF hat bei den Verhandlungen erfolgreich dafür gekämpft, Umwelt- und Entwicklungsziele nicht länger getrennt voneinander zu verfolgen. Das beschlossene Dokument macht an mehreren Stellen deutlich, dass der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und funktionierende Ökosysteme Grundbedingungen für die Bekämpfung von Armut und Hunger und für eine langfristige wirtschaftliche Entwicklung sind.

„Die Weltgemeinschaft hat zumindest auf dem Papier Historisches geleistet“, unterstreicht Eberhard Brandes. Die Bundesregierung habe hierzu einen wertvollen Beitrag geleistet. Jetzt komme es drauf an, den Plan mit gleichem Anspruch auf nationaler Ebene umzusetzen. Er kündigte an, dass der WWF sowohl international als auch in Deutschland Druck machen werde, damit die Regierungen die übernommenen Verpflichtungen ohne Wenn und Aber einlösen. Der WWF bemängelt zugleich, dass keine explizite Verpflichtung auf die Beachtung der natürlichen Grenzen der Leistungsfähigkeit des Planeten festgeschrieben wurde. „Auch Deutschland ist jetzt Entwicklungsland und muss vorangehen und liefern! Wenn wir die Agenda hier nicht konsequent umsetzen, werden sich andere Länder ebenfalls zurücklehnen und der heutige Beschluss wird zum historischen Reinfall“, so Brandes. Es seien nicht allein Umwelt- und Entwicklungsressorts gefordert. Entscheidend sei, dass sich die großen wirtschafts- und finanzpolitischen Entscheidungen am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. Der Verlust biologischer Vielfalt in Deutschland durch Agrarwüsten, der Beitrag Deutschlands zum Ausbau von Kohlekraftwerken im Ausland oder nicht nachhaltige Beschaffungsentscheidungen der öffentlichen Hand hätten keinen Platz mehr in einem nachhaltigen Wirtschaftssystem.

KONTAKT

Alois Vedder
Fachbereich Politik
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alois.vedder(at)wwf.de

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