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Deutsche wollen mehr Klimaschutz

21. April 2016

Klimaschutzabkommen von Paris soll morgen in New York unterzeichnet werden - Deutsche fordern mehr Engagement der Bundesregierung im Klimaschutz

Deutsche befürworten einen Kohleausstieg zu 70 Prozent © iStock / Getty Images
Deutsche befürworten einen Kohleausstieg zu 70 Prozent © iStock / Getty Images

Die Deutschen wünschen sich mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. In den letzten fünf Jahren  ist die Sorge über den Klimawandel bei 43 Prozent der Bundesbürger deutlich gewachsen.  Lediglich fünf Prozent belastet das Thema weniger als vor fünf Jahren und nur elf Prozent waren noch nie besorgt. Eine Mehrheit von 54 Prozent, findet, dass Deutschland nicht genug für den Klimaschutz tut. Nur  ein Drittel (32 Prozent) hält die derzeitigen Maßnahmen für ausreichend. Das ergab anlässlich der morgigen Unterzeichnung des UN-Klimaabkommens in New York eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF.

 

In New York werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, mehr als 160 Staaten wollen unterzeichnen. Für Deutschland ist statt der Bundeskanzlerin Bundesumweltministerin Babara Hendricks vor Ort. Mit ihrer Unterschrift am morgigen Freitag bestätigen die Vertragsparteien, das Abkommen rechtskräftig umsetzen zu wollen und müssen es im nächsten Schritt in nationales Recht ratifizieren. Damit das Abkommen in Kraft treten kann, muss es von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, die insgesamt mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen auf sich vereinen.

 

In Deutschland wird die Klimaschutzpolitik maßgeblich von den Beschlüssen der EU beeinflusst. Auch im internationalen Klimaschutz spielt die EU eine große Rolle.  78 Prozent aller Bundesbürger finden es daher wichtig, dass die Bundeskanzlerin Engagement für schärfere Klimaziele in der EU zeigt. 51 Prozent aller Befragten finden das sogar äußerst oder sehr wichtig.

 

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen kann, wird derzeit ein Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlestromproduktion diskutiert. Hier zeigt sich eindeutig, dass die Deutschen einen solchen Kohleausstieg zu 70 Prozent befürworten. So wollen 39 Prozent aller Befragten die dreckigsten Kohlekraftwerke so schnell wie möglich schließen und mittelfristig – bis zum Jahr 2035 – alle restlichen Kohlekraftwerke außer Betrieb nehmen lassen, während 31 Prozent sogar noch kurzfristiger alle Kohlekraftwerke abschalten wollen. Lediglich sieben Prozent wollen, dass Kohlestrom noch bis zur Mitte des Jahrhunderts zur Verfügung steht und nur acht Prozent sind der Meinung, dass die Kohlekraftwerke gar nicht abgeschaltet werden sollten. Darüber hält es eine breite Mehrheit von 80 Prozent für wichtig, die Klimaschutzziele aus dem Energiekonzept der Bundesregierung mit einem Klimaschutzgesetz für Deutschland zu verankern.

 

„Während die Bundesregierung im Ausland ambitioniert auftritt, kommt der Klimaschutz zuhause nicht richtig voran. Vor allem bei anstehenden EU-Entscheidungen sollte sich Deutschland nun aktiv für höhere Klimabeiträge im Rahmen der Umsetzung des wichtigen Pariser Klimaabkommens einsetzen. Aber auch im eigenen Land bleibt noch einiges zu tun: Der Ausbau der erneuerbaren Energien bleibt unter Plan und soll weiter gedrosselt werden, die Verkehrswende kommt nicht voran und ein glaubwürdiges Kohleausstiegsszenario zur Erreichung der  Klimaziele steht weiterhin aus. Die  Beschlüsse von Paris erfordern deutlich mehr Anstrengungen im Klimaschutz von Deutschland -  zuhause und in der EU “, sagt Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klima des WWF Deutschland.

 

 

Hinweis: Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung zwischen dem 15.04. und dem 18.04.2016 nahmen 2008 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

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Sylvia Ratzlaff

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WWF Deutschland

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sylvia.ratzlaff@wwf.de

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