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Elektroautos: Automobilindustrie in die Pflicht nehmen

25. April 2016

Umfrage zeigt: 70% der Deutschen bezweifeln Erfolg einer Kaufprämie für Elektrofahrzeuge

Morgen will die Bundesregierung entscheiden, ob der Absatz von Elektroautos mit einer Kaufprämie gefördert wird. LichtBlick und WWF fordern, dass die neuen Maßnahmen sich diesmal klar an der potentiellen Wirkung orientieren, denn die bisherigen Maßnahmen wie Steuererlässe für Elektroautos sind  klar verpufft. Eine neue Förderung müsse die Menschen tatsächlich zum Umstieg auf Elektroautos bewegen und sie deutlich attraktiver zu konventionellen Fahrzeugen machen.

 

Angesichts der neuesten Entwicklungen im Abgasskandal sei es an der Zeit, dass die Bundesregierung den Kuschelkurs mit der Automobilindustrie beende und die Hersteller endlich für Klima- und Umweltschutz in die Pflicht nehme. Es könne nicht angehen, dass die durch Betrug in Verruf geratenen Diesel-Strategien der Hersteller durch die Bundesregierung weiterhin gestützt werden während gleichzeitig die klimafreundlicheren Elektroautos kontinuierlich ausgebremst werden so LichtBlick und WWF. 

 

„Damit der Verkehrssektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, ist eine schnelle Verbreitung von Elektroautos Pflicht. Die Bundesregierung hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, doch davon sind wir  meilenweit entfernt. Eine Kaufprämie nützt nur dann, wenn sie so ausgestaltet ist, dass Elektroautos konventionelle Fahrzeuge vom Markt verdrängen, “ sagt Viviane Raddatz, Klimaschutz-Expertin vom WWF Deutschland.

 

In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Energiewende-Partner WWF und LichtBlick nennen 65 Prozent der Befragten den zu hohen Preis der E-Fahrzeuge als Grund für die geringen Anteile an E-Autos auf deutschen Straßen. Eine zu geringe Reichweite sehen 59% als Problem an, sowie 57 Prozent eine unzureichende Ladeinfrastruktur.

 

69 Prozent der Deutschen bezweifeln jedoch, dass die Politik mit dieser Fördermaßnahme ihr Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 noch erreichen wird. Lediglich 15 Prozent glauben an einen Erfolg der Prämie. Eine Mehrheit der Bundesbürger (54 Prozent) ist der Meinung, dass Elektroautos nur dann gefördert werden sollten, wenn sie umweltfreundlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

 

„Nur Elektroautos, die mit Ökostrom betrieben werden,  entlasten das Klima. Die Bundesbürger wollen, dass die Politik ein klares Signal für eine klimafreundliche Verkehrswende setzt“, sagt Ralph Kampwirth, Unternehmenssprecher bei LichtBlick.

 

Rund ein Drittel der Deutschen kann sich grundsätzlich vorstellen, auf ein Elektroauto umzusatteln. Für rund die Hälfte davon würde der staatlich geplante Zuschuss von 5.000 EUR einen Anreiz darstellen, bereits in naher Zukunft auf ein elektrisch betriebenes Fahrzeug umzustellen. Hingegen haben 63 Prozent der Befragten derzeit keine Pläne zur Anschaffung eines Elektroautos.

 

Sollte sich die Bundesregierung für eine Kaufprämie entscheiden, findet ein Großteil der Befragten (40 Prozent), dass Steuerzahler und die Autoindustrie die Kosten anteilig finanzieren sollten. Nur 7 Prozent sehen alleine die Steuerzahler in der Pflicht. Und 21 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Prämie aus einer Mineralölabgabe gespeist werden sollte.

 

Weitere Informationen: Alle Daten sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung zwischen dem 22.03.16 und dem 24.03.16 nahmen 2.040 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

 

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