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Stoßzähne gehen in Flammen auf

29. April 2016

Rekord-Elfenbeinverbrennung in Kenia / WWF: Wichtiges Signal gegen Wilderei

Beschlagnahmtes Elfenbein © Rabia Mushtaq / WWF Thailand
Beschlagnahmtes Elfenbein ©  Rabia Mushtaq / WWF Thailand

Nairobi/Berlin - In der kenianischen Hauptstadt Nairobi werden am Samstag, den 30. April die konfiszierten Stoßzähne von etwa 6.000 – 7.000 Elefanten verbrannt. Mit einem Gesamtgewicht von 105 Tonnen ist es die größte Menge Elfenbein, die je auf einmal vernichtet wird. Der WWF begrüßt den Schritt als wichtiges Signal gegen den illegalen Wildtierhandel: „Wir erleben in Afrika gerade eine dramatische Wildereikrise. Der illegale Handel mit Elfenbein sorgt mit dafür, dass jedes Jahr rund 30.000 Elefanten getötet werden. Wenn wir nicht gegensteuern könnten die Dickhäuter aus vielen Regionen Afrikas schon bald verschwunden sein“, sagt Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland.

 

Um die Elefanten zu schützen reiche es jedoch nicht aus, konfiszierte Stoßzähne und Produkte aus Elfenbein zu zerstören. Laut WWF sei es besonders wichtig, mit Aufklärung das Verhalten der Konsumenten in Asien zu verändern, die Elfenbein als Statussymbol kaufen. „Gerade in China mit seiner wachsenden Mittelschicht hat die Nachfrage in den letzten Jahren stark zugenommen. Den Käufern ist meist nicht klar, welchen Schaden sie anrichten. So ist zum Beispiel der Irrglaube weit verbreitet, die Stoßzähne würden nachwachsen und den Elefanten legal entnommen“, erklärt Köhncke. Des Weiteren müsse auch die Strafverfolgung in Afrika und der Schutz der Tiere verbessert werden. Gegen die hochgerüstete Wildtiermafia kämen die Wildhüter häufig nicht mehr an. Zudem müsse mit Gemeinden in betroffenen Regionen noch mehr zusammen gearbeitet werden, um Möglichkeiten des Lebensunterhalts abseits der Wilderei aufzuzeigen.

 

Während Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts noch drei bis fünf Millionen Elefanten in Afrika beheimatet waren, sind es aktuell noch 400.000 - 570.000 Tiere. Derzeit werden auf dem Kontinent jedes Jahr rund 30.000 Tiere für ihr Elfenbein gewildert. Seit 1989 ist der internationale kommerzielle Handel mit Elfenbein weltweit größtenteils verboten. Afrikaweit erholen sich zwar wenige Populationen, die meisten gehen durch die Wilderei aber stark zurück. In manchen Gebieten Ost- und Zentralafrikas sind die Elefantenbestände innerhalb der letzten Jahre um mehr als die Hälfte eingebrochen.

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Immo Fischer

Pressestelle

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