Content Section

Sachsen-Anhalt im Elch-Test

12. Juli 2016

„Elch-Einwanderungsland“: WWF fordert Managementpläne. / Sachsen-Anhalt hat Nachholbedarf bei Wildtiermanagement.

Hier kommt der Elch © picture-alliance
Hier kommt der Elch © picture-alliance

Angesichts der aktuellen Elch-Sichtungen in Sachsen-Anhalt warnt die Naturschutzorganisation WWF vor möglichen Konflikten durch die Rückkehr der weltweit größten Hirschart und fordert entsprechende Managementpläne. Insbesondere der Osten Deutschlands ist nach WWF-Einschätzung „Elch-Einwanderungsland“. So ist etwa aus Brandenburg bereits ein Standort-treues Vorkommen gemeldet.

 

„Ein Elch auf den Feldern im Landkreis Wittenberg ist sicherlich auch zukünftig nicht an der Tagesordnung, aber Sachsen-Anhalt muss sich auf die Rückkehr der großen Hirsche vorbereiten“, so Moritz Klose, Referent für Wildtiere beim WWF Deutschland. Ähnliches gelte für Sachsen, wo 2014 ein Elch ein Dresdner Bürogebäude gestürmt habe. Einzig in Brandenburg habe ein entsprechender Managementplan bereits die entscheidende Hürde genommen.

 

„Sachsen-Anhalt hat nach dem Stillstand der vergangenen Jahre Nachholbedarf beim Wildtiermanagement“, kritisiert WWF-Experte Klose. Zum Wolf, der seit vielen Jahren ein etabliertes Vorkommen in dem Bundesland habe, stocke seit 2008  die Weiterentwicklung einer ersten „Leitlinie“ hin zu einem verbindlichen Managementplan mit konkreten Handlungsanweisungen. Nur so könnten betroffene Gruppe wie Viehhaltern und Jägern Planungssicherheit erhalten. Über die Herausforderungen mit umherstreifenden Elchen habe man sich wohl überhaupt noch keine Gedanken gemacht.

 

Aus Skandinavien ist bekannt, dass Elche nicht gut mit Straßenverkehr zurechtkommen. Auch in Deutschland sind bereits Tiere überfahren worden. Um die Risiken für Mensch (und Elch) zu minimieren ist es nach WWF-Ansicht entscheidend, vorausschauend Korridore für Großsäuger einzurichten und an der Unfallvermeidung zu arbeiten. „Themen wie Monitoring, Wildschäden und Gefährdung für den Straßenverkehr müssen jetzt endlich öffentlich diskutiert und thematisiert werden. Es braucht wirkungsvolle Managementpläne, bevor sich Elch-Vorkommen dauerhaft etabliert haben“, fordert Klose. „Für die meisten Deutschen ist der Elch eine relativ unbekannte Tierart. Daher muss man die Bevölkerung informieren und mitnehmen.“

KONTAKT

Roland Gramling

Pressestelle WWF

Tel. 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken