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Wolf getötet: WWF setzt Belohnung aus

14. Juli 2016

WWF: 25.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise. / Deutschland hat Wilderei-Problem

Wolf © Klaus Oppermann / WWF
Wolf © Klaus Oppermann / WWF

Schon wieder wurde ein geschütztes und bedrohtes Wildtier in Deutschland illegal abgeschossen. Diesmal hat es ein Wolfsweibchen nahe Görlitz erwischt. Nach ersten Erkenntnissen wurde das Tier erschossen. Damit wurden in den vergangenen Jahren in Deutschland nachweislich achtzehn Wölfe illegal getötet, wobei der WWF von einer zusätzlichen Dunkelziffer ausgeht. Hinzu kommen getötete oder auf mysteriöse Weise verschollene Luchse sowie unzählige gewilderte Greifvögel. Für sachdienliche Hinweise, die im aktuellen Fall zur Ergreifung des Täters führen, hat der WWF eine Belohnung von 25.000 Euro ausgesetzt. Die Naturschutzorganisation verurteilte die Tat aufs Schärfste und forderte von den Ermittlungsbehörden eine „intensive“ Strafverfolgung.

 

„Deutschland hat ein Wilderei-Problem. Immer wieder werden bedrohte und geschützte Tiere  illegal getötet. Im seltensten Fall wird ein solches Verbrechen jedoch aufgeklärt. Das ist eines modernen Rechtsstaats unwürdig“, erklärte Moritz Klose, Wildtierreferent beim WWF Deutschland in einer Stellungnahme. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass das Nachstellen geschützter Arten ein Kavaliersdelikt sei.

 

Die Bundesrepublik habe, so die WWF-Kritik, bei der Verfolgung von Naturschutzkriminalität erheblichen Nachholbedarf. Bei den zuständigen Landeskriminalämtern müssten endlich Spezialeinheiten für Umwelt- und Artenschutzkriminalität etabliert werden. Derzeit gibt es nur in NRW eine derartige Stabsstelle. Zudem fehle eine zentrale Auswertung für Artenschutz-Verstöße, da sie anders als etwa Eigentums- oder Verkehrsdelikte nicht in entsprechenden Statistiken erfasst und ausgewertet werden. „Bei illegalen Tötungen von geschützten Tierarten sind wir weitgehend blank. Verlässliche Zahlen gibt es kaum“, kritisiert Klose.

 

Während in Ländern wie Österreich (Bundeskriminalamt) oder den USA (Fish and Wildlife Service) Wilderei von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Sondereinheiten verfolgt wird, ist in Deutschland die örtliche Polizeibehörde meist auf sich allein gestellt. Ohne spezifische fachliche Ausbildung und Routine ist ein Aufklären derartiger Delikte schwer möglich.

KONTAKT

Sachdienliche Hinweise:

Moritz Klose

Tel. 030-311777-294

moritz.klose(at)wwf.de


Pressekontakt: 

Roland Gramling

Tel.: 030-311 777 425

roland.gramling(at)wwf.de

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