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Kein Schwein gehabt

01. März 2016

WWF zum Antrag der CDU-Fraktion Schleswig-Holstein zu Schweinefleisch in öffentliche Kantinen.

Schweinefleisch © iStock / Getty Images
Schweinefleisch © iStock / Getty Images

Laut einem Antrag der CDU-Fraktion für die kommende Sitzung des Landtags in Schleswig-Holstein soll sich die Landesregierung dafür einsetzen, „dass insbesondere Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt“. Dazu Markus Wolter, Referent Agrarrohstoffe und Tierhaltung beim WWF Deutschland:

 

„Derzeit gibt es wenig Anhaltspunkt dafür, dass Schweinschnitzel und Kotelett auf den Speiseplänen deutscher Kantinen unter Artenschutz gestellt werden müssen. Im Gegenteil. Lieber sollte sich die CDU Nord angesichts der enormen ökologischen Probleme der konventionellen Fleischproduktion für einen bewussteren Fleischkonsum einsetzen und sich dafür stark machen, das öffentliche Kantinen auf Bio-Ware setzen.

 

Natürlich kann Schweinefleisch, so man es denn mag, ein wertvolles Lebensmittel sein, doch nach WWF-Einschätzung verfehlen über 90 Prozent der in Deutschland angebotenen Fleisch- und Wurstwaren die Mindestanforderungen an ökologische Nachhaltigkeit. Zudem essen wir nicht nur aus gesundheitlichen Aspekten zu viel Fleisch. Unter Beachtung der ökologischen Grenzen unseres Planeten sollten es nach WWF-Berechnungen nicht mehr als 300 Gramm Fleisch pro Person und Woche sein - egal ob Rind, Schwein oder Geflügel. Derzeit liegt der wöchentliche Durchschnittskonsum in Deutschland wohlgemerkt bei knapp 1200 Gramm.

 

Die Folgen: Konventionell produzierte Fleisch- und Wurstwaren haben enorme ökologische Auswirkungen. Der Anbau von Futterpflanzen, vor allem gentechnisch verändertes Soja in Südamerika, führt zu massiver Abholzung wertvoller Wälder und damit zu einem großen Verlust an Artenvielfalt und hohen Treibhausgasemissionen. Hierzulande belastet hingegen Gülle aus intensiver Nutztierhaltung das Grundwasser. Erst Ende Januar hatte ein entsprechender Bericht des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums offenbart, dass diese Probleme im Land weit gravierender sind, als bislang angenommen. Hinzu kommt, dass die Tierhaltung ungenügend ist, da die Tiere nicht genug Platz haben und ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben können.

 

Weniger und besseres Fleisch, dafür muss sich die Politik einsetzen. Schweinefleisch kann und sollte weiterhin auf dem Speiseplan stehen. Dann aber bitte aus nachhaltigerer Produktion, etwa mit dem EU-Biosiegel.“

KONTAKT

Roland Gramling

WWF Deutschland

Pressestelle

Tel. 030-311 77 425

roland.gramling(at)wwf.de

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