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Strategie statt Stückwerk

18. März 2016

WWF fordert ambitionierten Klimaschutzplan

CO2-Reduktion © iStock / Getty Images
CO2-Reduktion © iStock / Getty Images

Zum Abschluss des Beteiligungsprozesses für den Klimaschutzplan 2050 fordert der WWF die Bundesregierung dazu auf, das Mandat aus Paris ernst zu nehmen und den Plan an den Zielen der Weltklimakonferenz auszurichten. Dort hatte sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad bzw. 1,5°C zu begrenzen.

„Ein bunter Strauß an Maßnahmen und Vorschlägen liegt auf dem Tisch. Die Gretchenfrage ist nun: Schafft es das Bundesumweltministerium aus den Einzelvorschlägen einen ambitionierten Plan aus einem Guss zu entwickeln“, sagt Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klima beim WWF Deutschland.  

 

Im Fokus des Klimaschutzplans müsse laut WWF das Ziel einer dekarbonisierten Wirtschaftsweise bis zum Jahr 2050 stehen. Das Treibhausgasminderungsziel müsste dazu bis zum Jahr 2050 auf minus 95 Prozent klar ausgerichtet und ein stringenter Reduktionspfad mit entsprechenden Zwischenzielen für die Jahre 2030 und 2040 eingeschlagen werden.

 

Als Gesamtstrategie schlägt der WWF eine sektorenübergreifende Elektrifizierungsstrategie vor: Zunehmend müssten der Verkehrssektor, Industrieprozesse und die Wärmeversorgung auf Strombetrieb umgestellt werden. Der damit steigende Strombedarf müsse durch den deutlich stärkeren Ausbau von erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Kohleverstromung sollte bis 2035 beendet sein.

 

„In Paris hat Deutschland Hausaufgaben bekommen. Mit der Ausrichtung auf ein ambitioniertes Klimaziel 2050 darf aber die kurzfristige Zielerreichung bis 2020 nicht unter die Räder kommen. Die Etappe bis 2020 wird die Nagelprobe für die Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik. Gerade der Stromsektor wurde zu schnell aus der Pflicht entlassen. Er soll 12,5 Mio. t Emissionen mindern, müsste aber mindestens 50 Mio. t CO2-Reduktion erbringen. Weitere Maßnahmen sind dringend geboten, auch um  bis 2050 auf den gebotenen Minderungspfad zu kommen“, so Günther. Als nächste Schritte will das Bundesumweltministerium bis Mitte April einen Referentenentwurf zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen, der nach der Ressortabstimmung noch vor der Sommerpause vom Parlament diskutiert und verabschiedet werden soll.


Hinweis:

Gemeinsam mit 25 anderen Verbänden hat der WWF heute die Bundesregierung in einem offenen Brief aufgefordert, den Klimaschutzplan ambitioniert auszugestalten und an den in Paris beschlossenen Zielen auszurichten.  

Der Brief ging gleichlautend an die Bundeskanzlerin, den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

KONTAKT

Sylvia Ratzlaff

Pressestelle WWF

Tel: 030 311 777467

sylvia.ratzlaff(at)wwf.de

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