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Die versteckten Lasten der Container-Riesen

19. Mai 2016

Schiffgrößenentwicklung belastet öffentliche Kassen, Umwelt und sozialen Ausgleich / Gewerkschaft ver.di und Umweltverbände NABU, BUND und WWF fordern Verkehrsminister Dobrindt zum Kurswechsel auf

Die Größe von Containerschiffen hat sich binnen 10 Jahren verdoppelt, die Allgemeinheit zahlt für dieses rapide Wachstum einen hohen Preis: Von der Kaikante über Kräne und Brücken bis zur Hinterlandanbindung müssen Häfen und Terminals kostenintensiv umgebaut werden. Die Vertiefung der Hafenzufahrten, erhöhter Platzbedarf in Terminals und ein wachsendes Havarierisiko strapazieren die Umwelt. Unregelmäßige Stoßzeiten bei Be-und Entladung riesiger Containermengen gehen zu Lasten der Beschäftigten im Hafen. Anlässlich des Spitzentreffens internationaler Verkehrsminister und Experten aus Politik und Wirtschaft auf dem „Internationalen Transport Forum (ITF)“ von 18. bis 20. Mai in Leipzig, fordern die Gewerkschaft ver.di und die Umweltverbände NABU, BUND und WWF Verkehrsminister Dobrindt und die politischen Entscheider beim Thema Schiffsgrößenentwicklung  zum Kurswechsel auf.

 

"Die rasante Schiffsgrößenentwicklung verursacht soziale, ökonomische und ökologische negative Folgen, für die die Reeder keine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen", sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. "Die Beschäftigten zahlen dafür einen hohen Preis, weil die erforderlichen und durch die Reeder verursachten  Infra- und Suprastrukurmaßnahmen einseitig von den Reedern an die Beschäftigten auf den Schiffen und an Land weitergegeben werden", so die Gewerkschafterin weiter.

 

„Die einseitige Politik zu Gunsten der Reeder auf Kosten des Gemeinwohls muss ein Ende haben. Bislang profitieren ausschließlich die großen Reedereien von Gigantismus der Containerschifffahrt ohne sich an gesellschaftlichen Folgekosten zu beteiligen, während die Häfen versuchen, jeder neuen Anforderung durch größere Schiffe gerecht zu werden. Die Schiffsgrößenentwicklung auf Kosten der Häfen und der Umwelt ist nicht länger hinnehmbar“, kritisieren die Umweltverbände BUND, NABU und WWF.  Nach Ansicht der Umweltverbände bedarf es einer europäischen Initiative, um den Anpassungsdruck der Seehäfen zu reduzieren.

 

Bereits vor einem Jahr hatten Studien der OECD und Allianz auf die negativen Folgen der Megaschiffs-Entwicklung hingewiesen. Nach Auffassung von Umweltverbänden und Gewerkschaft ist trotz der alarmierenden Erkenntnisse wenig geschehen, um weitere negative Entwicklungen und Fehlinvestitionen öffentlicher Gelder tatsächlich zu vermeiden.   Erforderlich seien politische Impulse, um dem internationalen Standortwettbewerb und Branchenentwicklungen einen vernünftigen Rahmen zu setzen.

 

Kontakt

Britta König

Pressestelle

Tel: 040 530 200 318

Mail:britta.koenig(at)wwf.de

Twitter: @koenigWWF

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