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Tierisch tolle Mütter

06. Mai 2016

WWF stellt die fürsorglichsten und kuriosesten Mütter der Tierwelt vor

Nilkrokodilweibchen trägt Junges zum Wasser © Martin Harvey / WWF

Berlin - Am 8. Mai ist Muttertag. Nicht nur bei uns Menschen ist das ein besonderer Tag, sondern auch im Tierreich gäbe es für viele Jungtiere Anlass einen Blumenstrauß zu verschenken. „Die Aufzucht der Nachkommen ist für die Art überlebenswichtig, entsprechend hohe Opfer bringen viele Tiermütter“, erklärt Dr. Arnulf Köhncke, Artenschutzreferent beim WWF. „Im Laufe der Entwicklung haben Tiere die verschiedensten Methoden entwickelt, um ihren Jungen einen guten Start ins Leben zu geben: die Kellerspinne  tötet sich selbst, um ihren Sprösslingen als Nahrung zu dienen und bei Elefanten dauert die Fürsorge ein Leben lang, indem die Weibchen noch ihren Töchtern bei der Aufzucht der Enkel helfen.“ Der WWF präsentiert anlässlich des Muttertags die fürsorglichsten und kuriosesten Mütter der Tierwelt.  


Gorillas: Gorillababys sind wie Menschenkinder unselbstständig und brauchen lange Zeit für ihre Entwicklung. Gorillamütter investieren Jahre in die Fürsorge ihrer Sprösslinge und bekommen daher auch nur alle fünf Jahre ein Baby. Doch manchmal kommt der Nachwuchs gleich im Doppelpack, wie kürzlich in dem Schutzgebiet Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik. Die Gorilladame Malui konnte sich über Zwillinge freuen, ebenso wie die Umweltschutzorganisation WWF, die vor Ort seit Jahren für den Schutz der Westlichen Flachlandgorillas arbeitet.  


Tiger: Tigerweibchen tragen eine große Verantwortung, denn sie müssen für ihren Nachwuchs ganz alleine sorgen.  Bis die Jungen ab einem Alter von zwölf bis 18 Monaten alleine jagen können, muss die Tigerin reichlich Nahrung erbeuten, um die bereits recht großen Jungtiere ernähren zu können. Alle Pfoten voll zu tun dürfte das kürzlich gesichtete Amur-Tigerweibchen im Anyuisky Nationalpark haben, denn sie muss gleich drei Jungen versorgen. Für Artenschützer Grund zur Freude, für die Tigerin harte Arbeit.  


Wolfsspinne: Mütterliche Fürsorge ist jedoch nicht nur den uns verwandten Säugetieren vorbehalten. Für ihre Brutpflege bekannt ist auch die Wolfsspinne. Um besser eines ihrer acht Augen auf ihre Nachkommen zu haben, trägt sie die Eier in einem Kokon mit sich herum. Nach dem Schlüpfen klettern die Spinnchen auf ihren Rücken und halten sich an ihren Haaren fest, während die Mutter umherstreift, vermutlich um ein gutes Versteck mit optimalen Bedingungen zu finden. Um sie keiner Gefahr auszusetzen, verzichtet die Wolfspinne während diese acht Tage auf Nahrung und geht nicht jagen, ihre Jungen ernähren sich vom Eidotter.  


Krokodil: Hinter der imposanten Erscheinung verbirgt sich eine liebevolle Mutter. Viele Krokodilarten bewachen als Schutz vor Räubern ihre Eier. Sobald sich die Jungen im Ei akustisch bemerkbar machen, hilft die Krokodilmutter beim Schlüpfen. Danach trägt sie die kleinen Krokodile sogar bis ins Wasser und schützt sie vor Gefahren.  


Totengräberkäfer: Fürsorglich und skrupellos zugleich geht es in bei einigen Insekten zu. Das Weibchen der Totengräberkäfer baut für ihre Jungen eine perfekte Kinderstube. Dazu vergäbt das Muttertier einen Kadaver, wie eine tote Maus, und hält ihn mit einem antibakteriellen Serum frisch. Wenn die Nachkommen schlüpfen, passt sie deren Anzahl einfach an die Größe es Kadavers an: überzählige Larven frisst sie auf.  


Raben: Raben sind eigentlich keine „Rabeneltern“. Zwar erscheinen die Jungen nach Verlassen des Nests recht unbeholfen und von den Eltern verlassen. Tatsächlich füttern die Elterntiere ihre Nachkommen noch einige Wochen lang und schützen sie vor Feinden. Echte „Rabeneltern“ hingegen  sind im Allgemeinen Fische, Insekten und Amphibien. Nach der Eiablage überlassen sie ihren Nachwuchs meist ihrem Schicksal.  


Ohrwurm: Auch unter den Insekten gibt es Ausnahmen, die an intensiver Brutpflege kaum zu übertreffen sind. Nachdem das Ohrwurmweibchen eine Brutröhre gegraben und 50 bis 60 Eier abgelegt hat, sitzt sie wochenlang wachsam auf dem Eierhaufen. Die Eier werden regelmäßig gewendet, von Schimmel befreit, aussortiert und wenn es erforderlich ist, auch in ein besseres Versteck umquartiert. Sind die Sprösslinge geschlüpft, geht Mutter Ohrwurm gemeinsam mit ihnen auf nächtliche Ausflüge. Ausreißer werden wie bei Katzen mit dem Mund zurückgetragen. Stirbt die Mutter, dient sie den Jungtieren als Nahrung. 


Magenbrüterfrosch: Kinderliebe geht durch den Magen. Um sie vor Feinden zu schützen, verschluckt das Weibchen des Magenbrüterfroschs die Eier. Im Magen schlüpfen die Kaulquappen und wachsen zu kleinen Fröschen heran. Während dieser Zeit kann die Froschmutter keine Nahrung zu sich nehmen. Nach rund sechs Wochen kriechen die kleinen Frösche aus dem Maul ihrer Mutter, wittert sie Gefahr, können sie auch schon mal bis zu einem Meter weit herausgespuckt werden.  


Oktopus: Besonders aufopferungsvoll kümmern sich Oktopus-Weibchen um ihr Gelege. Während der Brutzeit bewachen sie ihre Eier und befächern sie stets mit frischem Wasser. Auf Nahrungssuche verzichtet die Oktopus-Mutter, um ihre Jungen nicht allein zu lassen. Potenzielle Eierräuber schlägt sie in die Flucht. Erst wenn die Nachkommen schlüpfen, verlässt sie das Versteck – nur um vor Erschöpfung zu sterben. Ein besonders hingebungsvolles TiefseeOktopus-Weibchen entdeckten Forscher 2007: Ganze viereinhalb Jahre bewachte sie die Bruthöhle. Vermutlich beeinflussten veränderte Temperaturen die Länge der Brutzeit.  


Hausspatz:
Spatzenmütter gehen für ihren Nachwuchs sogar über Leichen. Die kleinen Singvögel leben meistens monogam in einer lebenslangen Ehe zusammen. Doch das Spatzenmännchen hat gelegentlich auch noch andere Geliebte. Um ihn dennoch für die alleinige Brutpflege ihrer Nachkommen gewinnen zu können, verfolgen Spatzenweibchen das untreue Männchen zum Nest der Rivalin und töten die Küken. 

KONTAKT

Roland Gramling
WWF Deutschland
Pressestelle
Tel. 030-311 777 425
roland.gramling@wwf.de

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