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Umfrage: Deutsche für Naturschutz in Europa

19. Mai 2016

94 Prozent der Deutschen wollen „wichtige Rolle“ für Naturschutz in der EU. / WWF startet europaweite Kampagne gegen Schwächung von EU-Umweltgesetzen.

Eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Deutschen will eine starke Rolle des Naturschutzes in Europa. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF. Zugleich befürchten 85 Prozent der Befragten, dass ökonomische Interessen in der EU vorrangig behandelt werden, wenn sie dem Naturschutz entgegenstehen. Anlass der Umfrage sind Bestrebungen der EU-Kommission, die europäischen Naturschutzrichtlinen zu überprüfen und einer „Modernisierung“ zu unterziehen. Der WWF forderte Umweltministerin Hendricks auf, sich angesichts der „beeindruckend klaren Umfrageergebnisse“ gegen jegliche Pläne der EU-Kommission zu stemmen, die bewährten europäischen Naturschutzstandards herabzusetzen.

 

„Die Umfrage zeigt, für die Deutschen hat die europäische Idee eindeutig eine ökologische Komponente. Die Bürger wollen starken Naturschutz, sehen die wirtschaftlichen Interessen jedoch bereits heute als Priorität in der EU. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bundesregierung in Europa für bedrohte Tier- und Pflanzenarten stark macht“, erklärte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. Die Umfrageergebnisse seien nicht nur ein klares Mandat, sondern auch eine Mahnung: Auf die Frage, ob die Politik genug unternehme, um die Natur in Deutschland zu schützen, antworteten 59 Prozent mit Nein, 36 Prozent sind mit der Arbeit hingegen zufrieden. Auch die Bedeutung von großen, grenzüberschreitenden Naturschutzgebieten wird von der deutschen Bevölkerung mit 91 Prozent als wichtig eingeschätzt. Doch genau dieses weltweit größte Schutzgebietsnetzwerk steht auf dem Spiel.

 

Um ein wortwörtlich lautstarkes Zeichen für den Naturschutz in Europa und für bedrohte Arten wie Kegelrobbe, Luchs oder Braunbär zu setzen, hat der WWF eine europaweite Kampagne gestartet. EU-Bürger sind aufgefordert, an ihre nationalen Umweltminister und die EU-Kommission eine Mail mit der klaren Aufforderung zu senden, sich „weiter hartnäckig für den Erhalt der europäischen Naturschutzrichtlinien einzusetzen“. Untermalt wird die Nachricht mit Tierstimmen und Naturgeräuschen aus Europas Schutzgebieten, wobei die Teilnehmer ihr individuelles Naturkonzert aus 46 Sound-Schnipseln selbst komponieren können. In Deutschland rufen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)  und der WWF gemeinsam zur Aktion an Umweltministerin Barbara Hendricks auf.

 

Sollten die beiden entscheidenden Richtlinien, die Vogelschutz- und FFH-Richtlinie zusammengeführt oder abgeschwächt werden, wären davon über 27.000 sogenannte Natura 2000-Gebiete in ganz Europa betroffen. Das entspricht insgesamt der 2,3fachen Fläche Deutschlands.

 

Hintergrund Umfrage: Zahlen und Aussagen basieren auf einer im Mai 2016 durchgeführten, bevölkerungsrepräsentativen Befragung durch TNS Emnid. Auftraggeber ist der WWF Deutschland. Da die dargestellten Anteilswerte auf ganze Zahlen auf- oder abgerundet sind, kann es vorkommen, dass sie sich nicht zu 100 Prozent aufsummieren.

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